Freitag, 25. Oktober 2013

Völkerschlacht lebt wieder auf

In der letzten Zeit war einiges in Leipzig los. Es gab viele Veranstaltungen zum Jubiläum der Völkerschlacht.
Vor 200 Jahren besiegten Russland, Österreich, Preußen und Schweden in Leipzig Napoleons Truppen. Es war die bis dato größte Schlacht in der Geschichte. Der MDR hat diese entscheidenden Tage in einer "Doku"- Reihe der etwas anderen Art nachgestellt. Topnews berichtete 4 Tage lang direkt vom Schlachtfeld, es gab Schalten nach Versailles oder Interviews mit hochrangigen Militärs.

Völkerschlachtdenkmal bei Nacht

Es mag Leute geben, die diese Art der Geschichtsaufarbeitung makaber finden. Aber Bilder visualisieren noch immer am besten und man kann sich am ehesten vorstellen, welche gewaltigen Massen von Menschen 1813 in Leipzig kämpften und starben. Die Stadt hatte damals rund 30.000 Einwohner. An der Schlacht waren rund 600.000 Soldaten beteiligt. 92.000 Soldaten starben.

Preußische Artillerie
Französische Soldaten

Auf einem Gelände unweit vor den Toren Leipzigs, in Markkleeberg, wurde diese gewaltige Schlacht auch nachgestellt. Ich entschied mich jedoch dafür lieber ein Konzert in unserer Thomaskirche zu besuchen. Der Pfarrer kritisierte diese Art des Gedenkens und erzählte, dass in der Thomaskirche Hunderte von Soldaten untergebracht wurden. Täglich wurden 40-50 Leichen herausgetragen.


"War Requiem" ist ein Werk von dem Engländer Benjamin Britten. Bereits im Jahr 1958 hatte er den Auftrag erhalten für den Wiederaufbau, der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Coventry Cathedral, ein Werk zu komponieren. Im Mai 1962 wurde es uraufgeführt.

Es ist zwar eines von Brittens bekanntesten und großen Chor- und Orchesterwerken, aber es ist keineswegs pompös. Es ist eher als ein Werk stiller Trauer und des Andenkens an die Kriegstoten zu verstehen.

Zwar bin ich kein Spezialist im Bereich Klassischer Musik, aber die 90 Minuten des Konzerts haben mir trotzdem richtig gut gefallen. Es spielten bzw. sangen das Jugendsinfonieorchester Leipzig, der Berliner Kammerchor, ein Knabenchor, ein Kammerorchester und Solisten. Für mich ist dies eine Zeit der Ruhe und des Nachdenkens.

Thomaskirche Leipzig

Eingang Thomaskirche

Ich bin der Meinung, dass man sich in unserer digitalen und viel zu schnellen Welt durchaus die Zeit nehmen sollte, um über bestimmte Dinge nachzudenken.
Seit der Völkerschlacht in Leipzig gab es zwei große Weltkriege und zahlreiche weitere Kriege. Und wenn wir heute die Zeitung aufschlagen, lesen wir ständig von neuen Krisenherden auf der Erde.

Warum schaffen wir es nicht uns zu versöhnen? Natürlich kann man sich diese Fragen stellen, man kommt sicherlich auch zu verschiedenen Ergebnissen. Am Ende muss man sich immer die Frage stellen, wer von den Konflikten auf der Erde profitiert. Die Ölindustrie? Die Waffenindustrie?

Ein alter Spruch besagt: Teile und herrsche. Ein Volk ist danach nur beherrschbar und lenkbar, wenn es geteilt, zerstritten, gegeneinander aufgebracht ist.

Und es gibt auch in Deutschland viele Gruppen, die gegeneinander wettern: Jung und Alt; Arbeitende und Arbeitslose; Feministinnen und Machos....diese Liste wäre noch lange fortführbar.

Entscheidend ist nur eins: Um ein besseres, friedlicheres Zusammenleben zu schaffen, müssen wir uns zusammenschließen und nicht unsere Mitmenschen in Schubladen stecken und zu "Feinden" erklären. Jeder, der versucht unsere Erde zu verbessern, verdient Anerkennung. Ob er sich entschieden hat nur noch Bio-Produkte zu kaufen, auf Plastik zu verzichten, eine herrenlose Katze aufnimmt oder einem Tierschutzverein beitritt.

Wir müssen es schaffen uns nicht gegen andere Gruppen oder gar Völker aufbringen zu lassen. Denn, die die im Hintergrund die Fäden ziehen, wollen nicht eine bessere friedlichere Welt, sondern sie wollen Krieg und Elend und die Menschen auseinanderbringen und schlagen daraus auch noch eine Menge Profit.

Also abschließend habe ich einen Rat: Nicht die Menschen in feste Schubladen stecken, sondern daran denken, dass wir alle unsere Welt besser machen wollen, nur kann nicht jeder "alles retten". Jeder hat verschiedene Prioritäten und setzt sich für sein ganz eigenes Projekt ein.

Über was man so alles bei einem Konzert nachdenken kann... :)


Quelle der 2 Schlachtfotos: Digitale Pressemappe des Mitteldeutschen Rundfunks/ http://www.mdr.de/presse/pressemappen/voelkerschlacht448.html Stand: 13.10.2013

Kommentare:

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