Sonntag, 9. Februar 2014

Ausstellung: Industriearchitektur in Sachsen

Heute nehme ich euch mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Genauer gesagt auf einen Streifzug durch 2 Jahrhunderte sächsische Architektur. Noch bis zum 18. Mai könnt ihr euch im Museum für Druckkunst eine Fotoausstellung zum Thema Industriearchitektur in Sachsen anschauen. Der "sächsische Fabrikstil" ist durch die geografischen Bedingungen des sächsischen Mittelgebirges geprägt. Zunächst siedelten sich Fabriken vorwiegend an den Flüssen an. Jedoch mit der Einführung der Dampfmaschinen waren sie unabhängig vom Gewässer. Die Elektrizität zum Beginn des 20. Jahrhunderts revolutionierte den Fabrikbau. Als gängiger Fabriktyp entstand die Werkhalle mit Oberlicht. Zudem war eine Maschinen- und Fließbandarbeit möglich.

Buntgarnwerke Leipzig, Bauzeiten zw. 1875-1898


Die Buntgarnwerke zählten zu den bedeutendsten Fabrikkomplexen der europäischen Textilindustrie. Die Fabrik liegt an beiden Ufern der Weißen Elster und wurde zwischen 1999 - 2004 zu einer Wohnanlage umgebaut.

Buntgarnwerke: Von der Fabrik zu Luxuslofts

Sächsische Industriearchitektur: von verfallen bis restauriert
Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Architekturstile in Sachsen. Zwischen 1800-1840 wurden sogenannte "Paläste der Arbeit" erschaffen. Sie erinnern stark an Repräsentationsbauten. In den nächsten 30 Jahren verloren die Fabrikbauen an "Prunk" und waren eher schmucklose Zweckbauten. Mit der Zeit änderten sich aber nicht nur die Bauweise der Fabriken, sondern auch die Anforderungen an die Umgebung. Gewässernähe war dank der Dampfmaschine nun nicht mehr zwingend notwendig. Zwischen 1870-1900 war es wichtiger, dass die neuen Standorte bereits vom Eisenbahnnetz erschlossen waren.

Waren im 19. Jahrhundert noch Naturstein, Holz, Ziegel, Eisen und Beton die gängigen Materialien, so wurden sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Glas und Stahl abgelöst.

Der sächsische Industriebau galt um 1900 als eine der wichtigsten Quellen der weltweit wirkenden Architekturreformen.

Aus der Ausstellung: Woll- und Trikotagenfabrik, Oschatz, um 1900
Ab den 1930er Jahren ist die Fabrik ein Funktionsbau. Geplant und gebaut vornämlich von Spezialfirmen. Durch den Einsatz von Elektroenergie haben sich auch die Standortbedingungen grundlegend geändert. Guter Anschluss zur örtlichen Infrastruktur (Bahnlinien und Fernstraßen) ist entscheidend gewesen.

Seit der Wendezeit werden verstärkt hochmoderne Industriebauen mit automatisierter Technik entworfen. Spezialbauten aus Stahl, mit Leichtbauelementen aber dafür fensterlos und klimatisiert.

Aus der Ausstellung: Zwirnerei und Nähfadenfabrik, Zittau 1862
Nach 1990 zeigte sich der wirtschaftliche Strukturwandel im Osten deutlich und radikal: Die Wirtschaft brach weitesgehend zusammen, den Fabriken wurde ihre Funktion und ökonomische Basis entzogen. Eine große Zahl nichtgenutzter Industrieimmobilien verfiel. Verstärkt wurde dieser Prozess durch fehlende Instandsetzung zu DDR-Zeiten. Heute haben die Fabriken überwiegend alternative Nutzungskonzepte. Von neuen Wohnungen über Büroräume, Ateliers bis hin zu kultureller Nutzung.

Zeichen des Verfalls: Westwerk, Leipzig Plagwitz
Nach der Wiedervereinigung begannen düstere Zeiten für das Leipziger Fabrik- und Industrieviertel Plagwitz. Circa 25.000 Arbeitsplätze fielen weg. Langsam erholt sich der Stadtteil und große Firmen wie das Taschenkaufhaus und Spreadshirt siedeln sich an.


Unter dem Motto "Industrie Architektur In Sachsen - erhalten erleben erinnern" werden Fotos in 2 Museen gezeigt. Die Ausstellung aus dem Museum für Druckkunst in der Nonnenstraße habe ich euch eben vorgestellt. Der zweite Teil der Ausstellung befindet sich im Stadtgeschichtlichen Museum. Zu der Ausstellung gibt es ein umfassendes Begleitprogramm mit Führungen und Rundgängen.

Meine persönliche Sichtweise: Ich mag die alten Industriebauten viel mehr als die neuen lieblos hochgezogenen Betonklötze. Viele der alten Fabriken sind schon restauriert und haben heute eine neue Verwendung gefunden. Für die anderen halb verfallenen Gebäude hoffe ich, dass sie auch bald restauriert werden. Es wäre schade, wenn dies alles irgendwann einmal der Abrissbirme zum Opfer fallen sollte.

Nächste Woche folgt mein Rundgang durchs gesamte Museum. Ihr dürft gespannt sein auf alte Druckmaschinen und traurig schauende Schneemänner. ;) Bis dahin wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche.

1 Kommentar:

  1. Hallo Myriam
    Danke für deinen lieben Kommentar, bzgl deiner Frage: ich kaufe meine Teile für die Skiausrüstung eigentlich immer in verschiedensten Sportoutlets oder eben im Sale, da mir die Preise regulär zu teuer sind, sonst könntest du noch bei zalando und mysportbrands im internet nach ner hose suchen :)

    Liebste Grüße
    Kristin von www.rock-n-enjoy.blogspot.co.at

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