Mittwoch, 20. Juli 2016

PokémonGO spielen und Leipzig entdecken - Sightseeing mal anders

Früher ging man in die Kirche, um am Gottesdienst teilzunehmen, heute stellt man sich vor die Kirche, um wilde Pokémon einzufangen. Die Zeiten ändern sich eben. Seit einer Woche ist PokémonGO nun auch in Deutschland offiziell erhältlich und DAS Thema in allen sozialen Netzwerken. Ich spiele es seit Montag aus verschiedenen Gründen: Zum einen natürlich aus Neugier, aber auch weil mich Freunde "gedrängt" haben es zu spielen, um darüber einen "Reisebericht" zu verfassen. Also gebe ich euch heute meine erste Eindrücke wieder und freue mich auf eure zahlreichen Kommentare, in denen ihr mir ja vielleicht noch den ein oder anderen Tipp verraten könnt.





Als erstes wird der PokémonGO-Spieler in Leipzig feststellen, dass es nur so an Pokéstops und Arenen wimmelt. Wahrscheinlich ist jede 3. Hausfassade, die Stuckelemente enthält, ein Pokéstop. Für die Laien unter euch, die nicht wissen was ein Pokéstop ist: Dort sammelt man Items, wie Pokébälle ein, die man zum Fangen der kleinen Monster braucht.


Links: PokémonGO Landkarte mit Pokéstops; Mitte: Arena; Rechts: Pokéstop Stuck an einer Hausfassade


Meine Tipps: 

Da es manchmal Probleme gibt das Spiel zu starten, weil ich oft zu schlechten Empfang habe, nutze ich das kostenlose W-LAN "Leipziger" der Leipziger Verkehrsbetriebe an allen Haltestellen des Innenstadtrings (z.B. Hauptbahnhof, Augustusplatz, Goerdelerring oder Wilhelm-Leuschner-Platz). Der Empfang des ungesicherten W-LANs ist super. :)

Ein weiterer Tipp ist es sich die offline Karte von Google Maps runterzuladen. Das spart einiges an Datenvolumen. Die Karte müsst ihr aber alle 30 Tage erneuern, sonst wird sie ungültig. Hier eine Anleitung wie es geht.


 Update 23.7.:  GPS workaround durch im Hintergrund laufendes Handy Navi


Heute Abend war ich erneut im Park spazieren und bekam kein GPS-Signal. Um zu testen, ob es an der App oder meinem Handy liegt, habe ich mein Navi angestellt und festgestellt, dass ich sofort ein Signal hatte. Also konnte es schon einmal nicht an meinem Handy liegen. Ich habe dann einfach das Navi angelassen und plötzlich hatte auch die App ein GPS-Signal und ich konnte ganz normal weiterspielen. Um zu testen, ob es wirklich an dem im Hintergrund laufenden Navi liegt, habe ich es wieder ausgemacht und die App neu gestartet. Die App bekam wieder kein GPS Signal. Also hilft es tatsächlich, wenn man im Hintergrund das Navi laufen lässt. Leider war mein Akku nach 2 Stunden zur Hälfe runter.

Vielleicht funktioniert dieses GPS workaround auch bei euch, wenn ihr ebenfalls Schwierigkeiten mit dem GPS-Signal habt. Testet es einfach mal und  berichtet es mir dann. :)

Wenn ihr in der Stadt seid und euer Item-Beutel voll sein sollte, lohnt es sich trotzdem die Pokéstops mitzunehmen. Ihr erhaltet dann 50 Erfahrungspunkte.



Rundgang durch Leipzig: 

Starten wir unsere Pokémon-Jagd doch einfach am Augustusplatz. Am Mendebrunnen vor dem Gewandhaus treiben sich eigentlich immer wilde Pokémon herum. Ich habe dort Zubat und Habitak gefangen. Im Gewandhaus finden zahlreiche musikalische Veranstaltungen und die jährliche feierliche Immatrikulationsfeier der Universität Leipzig statt. Bei einigen Pokéstops könnt ihr oben auf den Pfeil ">" klicken, um eine kurze Info zu erhalten. 

Am Augustusplatz gibt es zahlreiche Sitzmöglichkeiten, einen Imbiss und Zeitungskiosk. In der Nähe ist auch der Panorama-Tower, auch Uni-Riese genannt. Von dort aus habt ihr einen wundervollen Blick auf die gesamte Innenstadt. Gerade, wenn ihr zum ersten Mal in Leipzig seid, kann ich euch nur empfehlen dort mit dem Fahrstuhl auf die Dachterrasse hoch zu fahren.


Zubat und Habitak vor dem Mendebrunnen eingesammelt


Aber lassen wir den Augustusplatz hinter uns und begeben wir uns in die Leipziger Innenstadt. Direkt an der Skulptur "Zeitgenossen mit Charakter" habe ich Taubsi eingefangen. Wer eine Pause von der Taschenmonsterjagd braucht, kann in einer der vielen Bäckereien gehen und sich einen Kaffee to go kaufen.


Taubsi an der Skulptur "Zeitgenossen mit Charakter" eingefangen

Mein Weg führte mich weiter zur Alten Nikolaischule. Dort habe ich zwar keinen Pokémon eingefangen, aber ein paar Pokébälle eingesammelt. In der Nähe wurden mir Pokéstops angezeigt von denen ich nicht einmal wusste, dass es diese "Sehenswürdigkeiten" in Leipzig gibt. Man entdeckt also auch als Einheimische etliche neue Orte in der eigenen Stadt.

In der Innenstadt habe ich bereits Owei, Krabby, Nockchan und Rossana eingefangen.

Durch Pokéstops entdeckte Sehenswürdigkeiten und Denkmäler in Leipzig


Da ich auf meiner Pokémon-Landkarte ein Lockmodul sah, lief ich geradewegs in Richtung Naschmarkt. An der Goethe Statue saßen bereits einige Teenager und blickten gebannt auf ihr Smartphone. Leider konnte ich nur ein weiteres Taubsi einfangen, aber wenn ich zu viele von ihnen habe, sende ich sie zum Professor, um dafür Bonbons zu bekommen. Damit kann ich meine anderen Taubsis vebessern. 

Die asiatische Reisegruppe knipste fröhlich Fotos vom alten Goethe und ignorierte die im Weg stehenden Pokémon-Spieler kurzerhand. Nach einer Weile trotteten sie weiter in Richtung Augustusplatz. Dabei ist dort in der Nähe mein Lieblingscafé, das ALEX. Für einen längeren (Poké)-Stop sehr zu empfehlen.


Taubsi an der Goethe Statue am Naschmarkt gefangen


Da ich gerade satt und glücklich war, legte ich keine Pause ein, sondern lief zur Thomaskirche. Vor der Kirche fing ich meinen ersten Traumato. Auch dort saßen wieder etliche Jugendliche auf den Stufen der Kirche und starrten auf ihren Display. Die Thomaskirche ist berühmt für ihren Knabenchor. Da die Jungs gerade in ihren Sommerferien sind, finden derzeit keine Gottesdienste und Motette mit ihnen statt. Wer sie singen hören will, kann sich die erste Motette am 12. August 2016 in der Nikolaikirche anhören. 


Traumato vor der Thomaskirche eingefangen


Wenn euch die Innenstadt zu hektisch ist, könnt ihr in Richtung Bundesverfassungsgericht laufen und dann auf den Clara-Zetkin-Park zu steuern. Wenn ihr bereits das Level 5 erreicht habt, könnt ihr euer Wissen auch direkt in der Arena auf der Sachsenbrücke testen. Leipzig hat ja bekanntlich mehr Brücken als Venedig und irgendwie habe ich das Gefühl, dass auf jeder Brücke eine Arena ist.
 Auf der Sachsenbrücke habe ich heute Jurob, Rattfratz und Raupy gefangen. Außerdem habe ich im Park Bluzuk, Sterndu, Zubat, Sichlor ganz viele Taubsis / Rattfratz, Paras sowie Karpadors gefunden.


Sachsenbrücke nicht mehr nur Treffpunkt für Verliebte, sondern auch für PokémonGO Fans


Wer sowieso ein Ei ausbrüten muss, kann noch ein wenig in Richtung Plagwitz laufen. Achja, wer nicht weiß, was "Ei ausbrüten" bedeutet, nein, ich bin nicht übergeschnappt und denke, ich wär ein Huhn. :D. An den Pokéstops kann man mit etwas Glück auch als Item ein Ei einsammeln, welches man dann ausbrüten muss. Ausbrüten heißt in diesem Fall nicht, dass ihr euch auf euer Handy setzen müsst, auch wenn die Vorstellung lustig ist. Nein, ihr müsst damit entweder 2 oder 5 Kilometer laufen und habt so die Chance ein tolles bzw. seltenes Pokémon zu bekommen. Leider muss dafür immer die GPS Verbindung stehen. Da in Leipzig die Straßenbahn zur Rush Hour eh nicht schnell fährt, könnt ihr auch schummeln und euer Ei in der Tram ausbrüten. :D Das Ausbrüten klappt wohl bis zu einer Geschwindigkeit von 20 kmh.

Nicht nur wegen PokémonGO spielen, lohnt sich ein Ausflug nach Plagwitz. Das Museum für Druckkunst bietet einen guten Einblick in die Welt des Buchdrucks. Hier könnt ihr viel selbst an den alten Geräten ausprobieren und für Kinder gibt es immer ein tolltes Ferienprogramm.

Die älteren unter euch können einen lauen Sommerabend hingegen im Felsenkeller genießen. Am Sonntag habe ich erstmals den Biergarten Dr. Heine getestet und kann ihn euch wirklich empfehlen. Es gibt dort neben zahlreichen kulturellen Veranstaltungen auch Süßkartoffel Pommes und leckere Burger.

Plagwitz - place to be in Leipzig


Da PokémonGO erstmals die Stubenhocker nach draußen lockt, habe ich zum Abschluss noch 2 Parks für euch. Ich habe schon gelesen, dass es Spieler gibt, die einen Muskelkater vom vielen laufen bekommen haben. Echt zu witzig. Passt bloß auf, dass ihr keinen Sonnenbrand bekommt. :)

Der Lene-Voigt-Park wurde auf dem Gelände des ehemaligen Eilenburger Bahnhofs geschaffen und stellt eine wichtige Grünoase in Leipzig dar. Heißt im Klartext: Da sind wahnsinnig viele Leute unterwegs. Fahrradfahrer und Gassigänger. Also schaut lieber einmal mehr hin bevor ihr ein kleines Monster einfangt.

Der Park hat etliche Pokéstops. Ich wusste gar nicht, was es dort alles gibt: Denkmäler, Spielplätze und viele Pokémon. Ich habe heute morgen dort Quapsel, Nebulak und Traumato gefangen.

Auf Pokémon-Jagd im Lene-Voigt-Park in Leipzig

Ein weiterer zentraler Ruhepol in Leipzig ist der Botanische Garten. Dort gibt es sowohl Pokéstops als auch auch Pokémon. Außerdem kann man hier herrlich im Schatten eines großen Baumes chillen und einfach mal nix machen. Wer der Monsterjagd überdrüssig wird, schaut sich einfach die Pflanzen an oder geht in die Gewächshäuser. 

Da in der Nähe ein Lockmodul gezündet wurde, habe ich Richtung Ostplatz einen Seemon und einen Parasek im Vorbeigehen eingesammelt. 

Entspannen von der Monsterjagd im Botanischen Garten in Leipzig

Mein Fazit nach drei Tagen PokémonGO:

Am meisten hat es mich überrascht, als ich die Info erhielt, dass ich bereits 10 km mit der App gelaufen bin. Das war Mitte des 2. Tages. Also vielleicht bewegt sich Deutschland wirklich mehr durch die App. Mir hat es Spaß gemacht PokémonGO zu spielen. Vorallem weil das Fangen der Pokémon auch recht einfach ist und man schnell levelt. Leider hakt bei mir oft die Internetverbindung und ich habe zeitweise keinen GPS-Empfang.

Geld um extra Items zu kaufen, würde ich persönlich nicht ausgeben. Mir ist aufgefallen, dass besonders vor Cafés Lockmodule aktiv waren, was nicht nur Monster, sondern in erster Linie auch Spieler anlockt, zahlende Spieler, die vielleicht auch einen Kaffee bestellen. PokémonGO ist also auch ein Marketinginstrument für die Gastronomie und sicherlich auch für andere Unternehmen (Hersteller von Laufschuhen oder so) . Das könnte genug "Futter" für einen weiteren Beitrag liefern.

Außerden finde ich es total klasse, dass man echt noch etwas Neues über seine Stadt erfährt. Gerade viele Pokéstops sind schöne Stuckfassaden, die mir so noch nie aufgefallen sind. Ich habe sie quasi erst durch das Spiel entdeckt. Wäre es nicht schön, wenn die jungen Spieler dadurch noch etwas mehr über ihre Stadt erfahren?

Aber bitte welche Google Maps Variante nutzt die App? Ich hatte heute am "Plagwitzer Findling" einen Pokéstop und habe vergeblich nach einem großen Stein gesucht.

Sorry Leute, aber ich muss jetzt dringend wieder raus. Ich muss nur noch 300 m laufen, um ein Pokémon auszubrüten und ich bin neugierig, ob es vielleicht ein seltenes Expemplar wird. :)

Also entschuldigt bitte den einen oder anderen Rechtschreibfeler. ;-)

Und denkt daran: Bleibt wachsam und behaltet eure Umgebung im Auge!

Hinweis: Achtet besonders gut auf belebten Plätzen in der Innenstadt auf euch. Es gibt Taschendiebe etc. Natürlich ist auch an entlegenen Orten erhöhte Wachsamkeit geboten. Gerade die Funktion der Lockmodule, die 30 Minuten wilde Pokémon und infolge viele Spieler anlockt, kann auch negativ ausgenutzt werden. Achtet also auf eure Umgebung und verlasst den Ort, wenn euch etwas komisch vorkommt.


Kommentare:

  1. Hallo Myriam, ich finde deine Idee Klasse! Auf diese Art und Weise kann man vor allem Kinder dazu motivieren, eine Stadt zu erkunden. Sicherlich werden sie sich nicht nur Pokémons sondern auch unbewußt Sehenswürdigkeiten merken. Manche Leute würden jetzt vermutlich sagen, es ist schrecklich, dass man zu solchen Mitteln greifen muss. Aber es ist eben so. Wir können nicht alles ändern. Wenn man das Kind dabei begleitet, kann man die Spieldauer kontrollieren. Und ich vermute, ab irgendwann wird es auch einem selbst Spaß machen. Mein Kind hat sich das Spiel heruntergeladen. Ich habe jetzt richtig Lust bekommen, mich mit ihm auf den Weg zu machen (: . Wir wollten in diesem Jahr Leipzig besuchen. Das kostenlose Stadtinternet ist ein tolles Angebot. Bin gespannt, wohin wir geführt werden und welche Pokémonstops auf uns warten. Liebe Grüße. Beata

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    1. Liebe Beata,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde auch, dass man es seinem Kind nicht generell verbieten sollte und außerdem kann man dabei auch noch selbst ein Spaß haben. Das kostenlose Internet ist echt klasse, vorallem, wenn das Spiel übers mobile Internet nicht starten sollte, klappt es immer an den W-LAN Punkten. Dort gibts auch ausreichend Pokéstops und Pokémons zu fangen. ;-)

      Ich folge nun deinem Blog, dann verpasse ich deinen Reisebericht aus Leipzig nicht. Ich bin schon gespannt welche Monster ihr so fangt.

      Liebe Grüße aus Leipzig

      Myriam

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  2. Hallo Myriam,
    das ist ein sehr schöner Beitrag geworden und die Idee dahinter ist super. Vielleicht lasse ich mich doch noch zum Spielen verführen.
    LG Anja

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  4. Um die Stadt kennen zu lernen, ist es vielleicht geeignet, aber es wurden schon Menschen beobachtet, die nicht mehr schauen, wo sie hin laufen, z.B in ein Manöver geraten sind. Da sollte man sich vielleicht lieber jemanden suchen, um die Stadt geleinsam zu erkunden, das macht auch mehr Spaß.
    Aber ich bin nicht mehr so taufrisch, verstehe das vielleicht nicht mehr,
    Grüße Fotorike

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