Samstag, 16. April 2016

Gastartikel: Teneriffa - Reif für die Insel

Hallo, liebe Leser von Namida Magazin. Mein Name ist Anna, und neben Fotografieren, Vor-mich-hin-Träumen und Gastartikel schreiben (vielen Dank, liebe Myri, dass ich dabei sein darf) ist eines meiner liebsten Hobbys, um dem grauen Alltag zu entfliehen, das Reisen. Daher möchte ich euch heute mein letztes Reiseziel, die traumhaft schöne Insel Teneriffa, in fünf Kategorien näher bringen und euch mit dem Reisefieber anstecken (wenn ihr nicht schon längst infiziert seid).




#1 EINFÜHRUNG – DIE INSEL DER GEGENSÄTZE


Warum habe ich mich überhaupt für Teneriffa entschieden? Dafür gibt es ein paar gute Gründe. Möchte man, wie ich, außerhalb der Massentourismussaison verreisen (in meinem Fall von Ende Oktober bis Anfang November), auf Sonne und Bikini-Temperaturen aber nicht verzichten, muss man etwas südlicher nach einem geeigneten Reiseziel Ausschau halten. Hinzu kommt, dass mein Budget begrenzt war, allzu weit weg konnte es also auch nicht fliegen.
Die Kanaren bilden da den goldenen Mittelweg. Es gibt von Deutschland aus zahlreiche direkte Flugverbindungen, die (vor allem für Frühbucher) preiswert zu ergattern sind und schwups! ist man dem kühlen Herbst entkommen und befindet sich im Sommerparadies.

Wer jetzt denkt, dass ich mich nach der Ankunft für zwei Wochen an den Strand gelegt habe, der irrt. Teneriffa ist mehr als nur eine Badeinsel. Einer der Aspekte, der mich am meisten begeistert hat, war die Vielfältigkeit der Vegetation und des Terrains. Aufgrund der großen Höhenunterschiede (von Meeresspiegelniveau bis über 3700 m ist alles dabei) hat man manchmal das Gefühl, in kürzester Zeit verschiedenste Länder zu bereisen – nicht umsonst wird Teneriffa auch “der kleine Kontinent” genannt.

Wie bereits erwähnt, ist das Wetter sommerlich, und das zu jeder Jahreszeit. Die Durchschnittstemperatur fällt auch in den Wintermonaten selten unter 15°C. Zu der Zeit, als ich dort war, gab es eine kurze Schlechtwetterperiode – ja sogar Unwetter (für Deutsche eher ein kleinerer Regenschauer), aber auch dies war durch die lauen Temperaturen ohne Weiteres zu verkraften. Zudem fanden wir bald heraus, dass die Wolken sich meist im Norden hinter den Bergen sammelten. Fuhr man in den Süden, sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Trotzdem empfehle ich, ALLE Teile der Insel zu bereisen. ;) Die Entfernungen sind kurz und jede Region hat ihre Besonderheiten. Egal, ob man sportlich aktiv werden, kulturellen und historischen Begebenheiten auf den Grund gehen oder einfach nur Schlemmen und die Seele baumeln lassen will – es ist für jeden was dabei. Urlauber aus Deutschland müssen nicht mal Geld wechseln, denn da die Kanaren zu Spanien gehören, zahlt man auch hier mit Euro. Gesprochen wird natürlich Spanisch, aber auch
mit Englisch und Deutsch kommt man überall super zurecht (trotzdem freuen sich die Einheimischen z.B. über ein kleines “Gracias” - welches hier ohne s am Ende gesprochen wird.)

Da ich Teneriffa gefühlt mindestens noch dreiundzwanzig weitere Male besuchen muss, um wirklich alles gesehen zu haben, folgt hier nur ein winziger Ausschnitt an Dingen, die man getan und gesehen haben muss. :)

#2 GRUNDLEGENDES – HINKOMMEN, ANKOMMEN, RUMKOMMEN


FLUG:

Einen Flug habe ich hier gefunden. Gezahlt haben wir bei Germanwings für Hin- und Rückflug pro Person 370 €. Das geht sicher noch günstiger, wir waren mit der Buchung leider etwas spät dran. Von Köln aus sind wir ca. 4,5 Stunden geflogen – hat alles reibungslos geklappt. Auf Teneriffa gibt es zwei Flughäfen, im Norden nahe der Hauptstadt Santa Cruz und im Süden. Von letzterem aus starteten wir – das sind übrigens mein damaliger Freund und ich – unsere Reise.

MIETWAGEN:

Unser Auto haben wir bereits im Voraus auf billiger-mietwagen gebucht und ich kann es auch nur jedem weiterempfehlen. Wir haben darauf geachtet, dass alle (für uns) wichtigen Features im Preis inbegriffen sind, u.a. Vollkaskoschutz, keine Selbstbeteiligung, Glas-/Reifenschutz, etc. Für einen Kleinwagen (5-Türer, ausreichend groß für 2-4 Personen, leider merke ich mir keine Fabrikate) haben wir für zwei Wochen 150 € gezahlt, was ich okay finde. Auch hier hat alles bei der Abholung und Rückgabe ohne Probleme geklappt. Wir haben vor der ersten Fahrt noch ein paar Kratzer dokumentieren lassen, die nicht im Übergabeprotokoll standen, und Fotos vom Wagen gemacht, damit wir auf der sicheren Seite sind. Übrigens hat dort fast jedes Auto an den Seiten ein paar Schrammen, nach den ersten Tagen auf der Straße wussten wir, warum. ;) (Ich sage nur schmale Serpentinen!)

 
UNTERKUNFT:

Wären wir Fans von Pauschaltourismus, hätten wir auf Teneriffa locker in einer der vielen Hotelhochburgen mit All-Inclusive-Versorgung unterkommen können. Da wir aber eher unsere Ruhe haben und uns selbst verpflegen wollten, haben wir nach Alternativen gesucht und fanden auf airbnb das Casa Lydia – ein kleines Lehmhaus in den Bergen im Nordwesten der Insel, genauer gesagt im verschlafenen Örtchen Erjos nahe Santiago del Teide. Für uns war die Unterkunft ein Traum, denn es gab eine kleine Küche mit Gasherd, eine von Pflanzen umrankte Badewanne, einen Kamin im Schlafzimmer und – unser Highlight – ein großes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer mit wunderschönem Ausblick aus knapp 1200 m Höhe bis hinunter zum Meer. Zudem ist die Vermieterin Lydia, die das Haus mit ihren eigenen Händen aufgebaut hat, sehr freundlich, hilfsbereit (sie brachte uns ein paar Mal Lebensmittel und hat auch angeboten, unsere Kleidung zu waschen) und sie kennt zudem ein paar Ausflugsziele, die wir sonst vielleicht nie gefunden hätten. Übrigens führt direkt vorm Haus ein langer Wanderweg vorbei – der Camino Cuevas Negras.
Zu Beachten gilt es in den Wintermonaten, dass die Temperaturen in den Bergen gerade nachts deutlich kühler sind. (Generell gilt die Faustregel, dass es pro 100 m Höhenunterschied nach oben hin immer 1°C kühler ist, das hat auch wirklich gepasst.) Nach einem Tag in der Sonne des Tieflandes mussten wir also erst mal heizen. ;)
Ich kann den Abenteurern und Naturfreunden unter euch das Haus trotzdem nur wärmstens ans Herz legen, 600 € für zwei Wochen war es uns auf alle Fälle wert. Weitere Infos zu Casa Lydia findet ihr hier.

 
Unser Haus, umgeben von Agaven


#3 AUSFLUGSZIELE – JETZT GEHT'S LOOOS!


Wie bereits angedeutet, fühle ich mich, als hätte ich gerade mal einen Bruchteil der Insel gesehen – und das, obwohl wir so ziemlich jede Himmelsrichtung abgeklappert haben. Mit dem Mietauto ist das auch kein Problem, man kommt (trotz Geschwindigkeitsbegrenzungen) über ein weitverzweigtes Straßennetz in kurzer Zeit von A nach B und der Sprit ist im Vergleich zu Deutschland spottbillig. Zudem gibt es allerorts Linienbusse, Erfahrungsberichte dazu kann ich leider nicht abliefern. Wir haben also versucht, sowohl vom Reiseführer empfohlene als auch weniger bekannte Ecken abzuklappern. Hier eine kleine Auswahl an Ausflugstipps. (Da man eigentlich alles problemlos auf Karten im Internet findet, verzichte ich auf detaillierte Wegbeschreibungen.)

MASCA: EIN WUNDERSCHÖNER BLICK IN DIE VERGANGENHEIT

Masca lag fast vor unserer Haustür und war daher auch unser allererstes Ausflugsziel. Der Ort liegt im Nordwesten der Insel an einem Hang des Teno-Gebirges und besteht aus nur wenigen Häuschen. Ein bisschen hat man den Eindruck, als würde hier die Zeit stillstehen, wären da nicht die vielen Touristen. Ja, leider. Masca ist der Ausgangspunkt für einen beliebten Wanderweg zum Meer hinab, von wo aus man mit dem Schiff weiterfahren oder wieder nach oben steigen kann.
Wir sind aber im Ort geblieben, ein wenig durch die kleinen Lädchen geschlendert und haben in von einem süßen kleinen Café unter Palmen die Aussicht aufs Meer genossen.




ICOD DE LOS VINOS UND DER DRACHENBAUM

An einem leider ziemlich verregneten Tag haben wir einen Abstecher nach Icod im Norden gemacht, um uns dort den Drago, den großen Drachenbaum anzuschauen. Er ist angeblich 3000 Jahre alt, was allerdings von neueren Studien widerlegt wird. In den umliegenden Souvenierläden kann man aber dennoch Drachenbaumsamen kaufen und selbst sein Glück versuchen.
Icod ist auch so definitiv einen Besuch wert, vor allem die Architektur im Ort hat mir sehr gefallen. Neben den für Teneriffa typischen großen, wunderschön bepflanzten Plätzen kann man zum Beispiel auch kunstvoll geschnitzte Balkone an alten Herrenhäusern bestaunen.
Geparkt haben wir übrigens neben einem Schmetterlingshaus, hatten dann aber keine Zeit mehr, reinzugehen. Gerade mit Kindern ist das sicherlich auch eine schöne Idee.


Der geheimnisvolle Drachenbaum – mal nicht aus der Touri-Foto-Perspektive. ;)

 
LA LAGUNA: DIE STUDENTENSTADT

La Laguna ist eine große Stadt im Nordosten der Insel und durchzogen von kleinen, bunten Gassen. Wir sind nach einem Ausflug zu verschiedenen Stränden in der Region erst abends in die Stadt gekommen, was sehr schön war, denn es waren immer noch viele junge Leute in den Straßen, es gab Musik und Bars und man merkte, dass dies (neben dem nicht weit entfernten Santa Cruz) eine der Studentenhochburgen der Insel ist. Die Stadt hat uns so gut gefallen, dass wir am nächsten Tag noch mal wiedergekommen sind, um sie uns auch bei Tageslicht anzuschauen. Wer will, kann hier wunderbar Shoppen oder Essen gehen, die alte Barrockkirche im Zentrum bewundern oder einfach durch die Gassen schlendern.


Gasse mit bunten Häusern in der Weltkulturerbe-Stadt La Laguna

 
BUNTE BAURUINEN NAHE DES KÜSTENDORFES SAN ANDRES

Der kleine Küstenort San Andres liegt kurz vor der Hauptstadt Santa Cruz und ist ein sehenswertes Ausflugsziel. Ein Grund dafür ist der Strand Playa de las Teresitas, welcher ein künstlich angelegter heller Sandstrand und bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt ist. Wenn man bis zum Ende des Strandes fährt ist es zwar etwas windiger, dafür auch nicht so überrannt und an hat eine traumhafte Aussicht auf die bunten Häuschen von San Andres.


Blick auf San Andres vom Playa de las Teresitas

Auf unserem Weg nach Igueste de San Andres (meinem Alterswohnsitz!) über eine kleine Küstenstraße haben wir aber etwas entdeckt, was eigentlich mein Highlight des Tages war, da es nicht geplant war und sich von den restlichen Sehenswürdigkeiten abhob. An einem der überall auf der Insel ausgezeichneten Foto-Haltepunkte, von welchen aus man eine besonders schöne Sicht hat, gibt es ein paar verlassene Bauruinen, die von einheimischen Querdenkern bunt angemalt und mit Plakaten versehen wurden. Darauf wird man über die Arbeitslosigkeit der teneriffianischen Jugend, die wirtschaftlichen Verhältnisse, politische Umstände und soziale Projekte aufgeklärt. Definitiv mal was anderes!



 
SANTA CRUZ UND DER GARCIA SANABRIA PARK

Wenn ich zurückdenke, finde ich es manchmal etwas schade, dass wir den Nordosten der Insel erst gegen Ende unserer Reise erkundet haben. Gerade für La Laguna und auch Santa Cruz braucht man definitiv mehrere Tage. Wir haben uns den vorletzten Tag genommen, um Santa Cruz zu Fuß zu erkunden. Das alles allein könnte einen ganzen Artikel füllen, denn die Hauptstadt Teneriffas steckt voller Leben, schöner Ecken, prachtvoller Architektur, empfehlenswerter Cafés und Restaurants, und und und...

Besonders gefallen hat uns aber unter anderem auch der Garcia Sanabria Park, den wir eher durch Zufall auf dem Weg nach San Andres am Vortag entdeckt hatten. Mit Cortado und Kuchen kamen wir am nächsten Tag zurück, um im Park erst mal ein kleines Picknick mit anschließendem Spaziergang zu machen. Ich habe bereits erwähnt, wie berauschend ich die Flora der Kanaren finde, und in diesem Park kann man sie gebündelt – inmitten der hektischen Großstadt – genießen und die Seele baumeln lassen. Es gibt hier so viele verschiedene Kakteen- und Blumenarten, dass wir erst gehen konnten, als die SD-Karte meiner Kamera leider irgendwann voll war. :)

Im Großstadtdschungel von Santa Cruz de Tenerife

 
Unbedingt genannt werden müssen auch:
  • das verträumte Städtchen Garachico mit seiner Festung und dem Felsen im Meer
  • die Felsen von Los Gigantes, in deren Nähe wir Zuschauer eines Surfwettbewerbs wurden
  • der Leuchtturm in Teno nahe Buenavista del Norte
  • die große Basilika und die Guanchen-Statuen am Hafen von Candelaria
  • Krabbenpizza bei Sonnenuntergang in Punta Hidalgo
  • weitere große Städte, die wir uns (zu) kurz angeschaut haben: La Orotava, Purto de la Cruz, Santiago del Teide, Adeje, Granadilla, El Medano


#4 FÜR KÖRPE UND SEELE – BEWEGEN UND FAULENZEN IN DER NATUR


Mal abgesehen von diversen Städtetrips, Kirchen-, Museums- und Restaurantbesuchen haben wir auch viel Zeit in der Natur verbracht, sei es am Meer oder in den Bergen. Hier ein paar Tipps dazu.

STRAND IST NICHT GLEICH STRAND

Ich gebe es zu – ich hatte mich im Vorfeld nicht sehr ausgiebig über geeignete Badestrände informiert und somit haben wir einige Zeit damit verbracht, Strände auf eigene Faust abzuklappern (was auch sehr unterhaltsam sein kann – Beach Hopping quasi). Wir hatten eine Reiseführer mit Karte dabei, in welcher viele Strände eingezeichnet waren, oftmals sind sie aber auch direkt ausgeschildert gewesen. Die meisten waren relativ kurz und steinig, einen richtigen schwarzen Sandstrand, wie ich es mir vorgestellt hatte, mussten wir lange suchen. (Wenn jemand noch einen Geheimtipp hat, immer her damit! ;)) Hier meine kleine Auswahl:

Playa de la Arena – Entlang der Hotelmeile von Puerto de Santiago im Westen zieht sich dieser Strand mit feinstem, schwarzen Sand. Da dies meiner Vorstellung am nähesten kam, fand ich den Strand sehr schön, auch wenn er etwas überrannt war. Dafür gab es öffentliche Toiletten und Duschen und etwas zu Essen war auch nicht weit.

Playa de la Tejita – Dieser Strand im Süden war wohl der längste Strand, den wir auf der Insel gefunden haben, und es handelt sich hier – im Gegensatz zum bereits oben erwähnten Playa de las Terasitas – um einen natürlichen hellen Sandstrand. Er wird vorwiegend von Einheimischen aufgesucht und ist somit noch ein Geheimtipp, ein Grund dafür könnte allerdings die fehlende Infrastruktur sein – Toiletten und Co. sucht man hier vergebens. Die Nähe zum Flughafen bekommt man aber kaum mit und alles in allem wären wir sicher noch länger dort geblieben, wenn es an dem Tag nicht so windig gewesen wäre.

Playa del Medano – Hier haben wir uns mal nicht aufs Handtuch gelegt, dafür war auch gar kein Platz, denn der ganze Strand war voller Kite Surfer und deren Zubehör (und filmenden Ehefrauen). Der Strand liegt direkt neben dem Playa de la Tejita nahe El Medano und ist das Mekka für Surfer und Kite Surfer aus Nah und Fern, die an diesem windigen Tag perfekte Bedingungen hatten. Wer selbst Interesse hat, kann dort auch Einführungskurse belegen, am meisten lohnt sich das in einer Gruppe, da es dann Rabatte gibt. Die Trainer unterrichten teilweise sogar auf Deutsch.

Punta de Teno – Dieser Ort am nordwestlichsten Zipfel der Insel wird von den meisten Urlaubern aufgesucht, um Fotos vom dortigen Leuchtturm zu machen und den Blick aufs Meer zu genießen. Aus irgendeinem Grund schienen die wenigsten den kleinen Strand in der angrenzenden Bucht bemerkrt zu haben. Dieser bestand zwar teilweise aus gröberem Gestein, war aber trotzdem wunderbar zum Sonnen und Baden.

Playa de las Gaviotas – Dieser Strand ist definitiv mein Geheimtipp. Es ist ein kleiner, abgeschiedener und malerischer schwarzer Sandstrand, den man über enge Serpentinen erreicht, wenn an Richtung Igueste de San Andres ganz im Osten der Insel fährt. Es ist ein FKK Strand, der fast ausschließlich von Einheimischen besucht wird. Wer damit kein Problem hat, kann hier in aller Ruhe baden, Frisbee spielen und entspannen.

ANNA IM ZAUBERWALD

Ebenfalls gegen Ende unserer Reise und nachdem wir den Tag in San Andres und am Playa de las Gaviotas verbracht hatten, wollten wir uns den Sonnenuntergang im Nordosten der Insel anschauen, dort soll er nämlich besonders schön sein (und der Reiseführer hat nicht gelogen ;)). Um dorthin zu gelangen, mussten wir das Anaga-Gebirge durchqueren und was soll ich sagen – allein dieses ist ein Grund dafür, dass ich unbedingt nochmal nach Teneriffa will! Die Region ist vor allem bekannt für ihren Lorbeerbaumbestand und im allgemeinen ergeben die Wälder, Berge und die Aussicht bis aufs Meer ein wunderschönes Zusammenspiel. Hier möchte ich unbedingt mal auf einer der vielen vorhandenen Routen Wandern gehen!

Blick aus dem Anaga-Gebirge auf Las Mercedes und bis hinüber zum Teide

 
DER AUFSTIEG ZUM TEIDE 

Der Teide ist mit seinen 3718 m nicht nur der höchste Berg Teneriffas sondern ganz Spaniens und wir konnten ihm fast von jedem Punkt auf der Insel (und dank Hinweis des Captains bereits beim Landeanflug) sehen. Umgeben ist er vom Teide Nationalpark, den wir öfter durchquert haben – einerseits, da er sehr zentral liegt und mal von hier aus über die angrenzenden Straßen fast überall hin gelangt, andererseits, da auch hier die Vegetation wieder ganz anders und auf ihre Art atemberaubend schön ist. Man befindet sich hier über der Wolkengrenze (diese befindet sich auf ca. 1000 m bis 1500 m), was einem natürlich einen ganz anderen Blick auf die Dinge gibt und auch das Wetter kann dadurch hier oben schlagartig anders sein.



Der Teide in voller Pracht


Wer vorhat, den Teide bis zur Spitze zu besteigen, sollte sich dafür bereits im Vorfeld online eine Genehmigung besorgen. Diese erhält man hier.
Der Vorgang ist kostenlos und dient dem Zweck, dass täglich nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern zum Krater der Teide Zutritt haben, um die Natur zu schonen. (In meinen Augen ist es sehr schade, dass es solcher Regelungen bedarf, aber sicherlich gerechtfertigt.)
Des Weiteren rate ich jedem Wanderer, vorab am Info-Punkt in der Raststätte im Tal nach den tagesaktuellen Bedingungen zu fragen. Bei unserem ersten Stopp z.B. Erfuhren wir, das aufgrund einer Mufflon-Jagd an diesem Tag das Bergsteigen untersagt sei, auch in Hinblick auf das Wetter wird an manchen Tagen von einer Besteigung abgeraten.

Interessantes Wetterphänomen – der Teide mit Zipfelmütze

 
An dem Tag, an welchem wir die Erlaubnis für den Aufstieg bis zum Gipfel hatten, war uns das Wetter aber gnädig und so machten wir uns bereits früh auf den Weg (und hatten trotzdem Schwierigkeiten, einen Parkplatz nahe des Ausgangspunktes zu finden – dieser befindet sich übrigens nahe der Talstation der Seilbahn, die eine Plattform unterhalb des Gipfels anfährt). Generell rate ich jedem, früh zu starten, genügend Wasser einzupacken und unbedingt auf Sonnenschutz zu achten. Für mich war es die erste Wanderung in einer solchen Höhe (denn da reicht selbst die Zugspitze nicht ran) und man muss sich durchaus erst mal daran gewöhnen. Der Aufstieg war abwechslungsreich, von gemütlichen Spaziergang auf der Schotterpiste bis zum Klettern über Felsbrocken war alles dabei, was mein Bergsteiger-Herz natürlich höher steigen ließ (auch aufgrund der Anstrengung, haha). Nach ca. 2/3 des Weges gelangt man an eine Hütte, in welcher man auch übernachten kann. Wir sind aber sofort weiter nach oben. Da wir uns in der Zeit verschätzt hatten (wir haben ca. 5 Stunden für den Aufstieg gebraucht), haben wir es leider nicht mehr geschafft, bis zum Krater zu wandern, denn dann hätten wir die letzte Seilbahn ins Tal nicht mehr bekommen und ein Abstieg bei Nacht kam nicht in Frage. Noch ein Grund, nochmal wieder zu kommen. ;) Allein für den Ausblick hat es sich aber schon gelohnt – man kann von der Seilbahnstation über die ganze Insel und darüber hinaus schauen. An wolkenfreien Tagen kann man so angeblich alle Kanarischen Inseln sehen (in unserem Fall waren das zumindest Gran Canaria, La Gomera und La Palma).

Noch viel mehr Informationen zum Teide Nationalpark, der Seilbahn und auch zu den Sternwarten im Teide Nationalpark erhaltet ihr hier.


Blick vom Teide

 
LYDIAS GEHEIMTIPP

Unsere Vermieterin Lydia hat uns noch einen Tipp gegeben, den ich gern mit euch teilen würde. Es handelt sich um ein natürliches Meerwasserbad namens Charco los Chochos an der Nordküste nahe Los Silos. Wenn das Meer zu unruhig zum Baden ist (und es ist uns tatsächlich oft passiert, dass die rote Fahne wehte), dann kann man sich hierhin zurückziehen.

Charco los Chochos

 

#5 KULINARISCHES – FÜR DEN KLEINEN UND GROßEN HUNGER (ODER DURST)


Zum Schluss mein Lieblingsthema. :) Ich mag es sehr, mich durch die landestypische Küche meiner Reiseziele zu futtern. Hier eine kleine Auswahl typischer Gaumenfreuden auf Teneriffa.

Da der weltweite Export von Bananen einen Teil der Wirtschaft Teneriffas ausmacht (natürlich ist das Hauptstandbein aber der Tourismus), wird die Insel teilweise von großen Bananenplantagen überzogen. Auch andere schmackhafte Pflanzen sind hier heimisch und schmecken definitiv besser als beim deutschen Obsthändler.

So haben wir z.B. in Masca an einem kleinen Stand an der Straße ein paar Mangas gekauft. Und ja, das ist kein Schreibfehler. Im unterschied zu Mangos, die man auch bei uns kaufen kann, besitzen Manga keine störenden Sehnen, was uns vom Verkäufer und später auch von anderen Einheimischen immer wieder bestätigt wurde. Und was soll ich sagen, lecker sind sie auch. :)


links – Bananenplantage, Mitte – Kaktusfeigen am Straßenrand, rechts – ein Mangabaum
 
Auch die vielerorts anzutreffende Kaktusfeige haben wir in allerlei Varianten verkostet, natürlich pur (hier muss man sich am besten zeigen lassen, wie sie am besten zu schälen ist), im Kuchen oder als Eis.


Nachspeisen aus Kaktusfeige (in einem Café in Masca)- macht eine wunderbar rote Zunge! :P

Teneriffa ist eine Insel im Atlantik, und so liegt es auf der Hand, dass auch Fisch und Meeresfrüchte hier frisch und lecker zubereitet eigentlich überall zu finden sind. In San Andres schmeckten mir besonders Thunfischkroketten, so etwas hatte ich vorher noch nie gegessen. Im gleichen Restaurant wollten wir uns auch im Garnelen-Pulen probieren, hierbei rate ich, sich vorher nach der Größe der Tierchen zu erkundigen. Unsere waren so klein, das nach der Fummelei mit unseren Knubbelfingern nicht mehr viel vom leckeren Fleisch übrig war und wir so relativ frustriert und noch ein wenig hungrig das Lokal verlassen haben. :)


links – Tintenfischringe (in La Orotava), rechts – in Knoblauch gebratene Garnelen (in Adeje)

Auch für Burgerfans und Freunde von Frittiertem hat Teneriffa viel zu bieten. In La Laguna z.B. bestellte ich mir eine frittierte Teigtasche mit Thunfisch, das war aber nicht so meins. Die Kanaren mögen es aber scheinbar fettig.


links – Interpretation eines Hamburgers aus Angusrind und mit Kartoffelsalat (in einem Nobelrestaurant in Santa Cruz), rechts – im krassen Gegensatz dazu der Riesenburger mit Fleisch, Ei und Schinken (in Buena Vista del Norte, Zitat Kellner zu meinem Exfreund: “Wollen Sie den wirklich?” Im Hintergrund übrigens mein Gericht, mit Käse und Hähnchen überbackene Pommes, uff... :))
 
Ich könnte nicht von teneriffianischem Essen erzählen, ohne Mojo zu erwähnen (das spricht man übrigens „MoCHo“, hat also nichts mit Voodoo zu tun). Diese traditionell kanarische Soße besteht hauptsächlich aus Paprika und verschiedenen Gewürzen, und es gibt sie in mehreren Varianten (meist ist die rote schärfer als die grüne ;)). Ich liebe Mojo und habe mir und meinen Verwandten und Freunden einen Vorat mit nach Hause geschleppt. Zudem haben wir uns aber auch ein kleines Kochbuch gekauft, um Mojo selbst zubereiten zu können.

links – typische Pellkartoffeln in Meersalz und verschiedenen Mojo-Varianten, auf den meisten Speisekarten als Tapas zu finden (hier in einem süßen Lokal in Garachico), rechts – Mojo auf Ziegenkäse, einer Spezialität der Teno-Region (hier in La Orotava)

 
Was wir auch probiert haben:

  • Dorada: einheimische Biersorte, sehr lecker
  • Gofio: Wir haben es auf vielen Speisekarten gelesen, aber nirgendwo eine Übersetzung dafür gefunden. Daher haben wir es eines Tages einfach mal als Nachtisch bestellt und erhielten eine leckere Mandelcreme. Im Endeffekt ist Gofio aber ein Getreidemehl, aus welchem man alle möglichen Gerichte herstellen kann. Typisch kanarisch jedenfalls. ;)
  • Cortado leche y leche: ein doppelter Espresso mit gezuckerter Kondensmilch, vielleicht nicht typisch kanarisch, aber mmmmmmmh...

Wie bereits erwähnt, gibt es auf Teneriffa noch sooo viel mehr zu entdecken. Ich hoffe, diese kleine Zusammenfassung meiner Highlights hat euch gefallen und eventuell sogar Lust darauf gemacht, die Insel selbst (mal wieder?) zu besuchen.

Für Fragen und Anregungen erreicht ihr mich unter.

Hasta luego!
Anna

Text: Anna Ihln
Fotos: Anna Ihln & Raik N.

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