Sonntag, 31. Juli 2016

Meine 7 Lieblingsorte auf Lanzarote

Ich habe mich lange nicht mehr so glücklich und frei wie im Juni auf den Kanarischen Inseln gefühlt. Wir sind morgens aufgewacht, haben uns einen Kaffee gekocht und sind ins Auto gestiegen, um die Insel zu erkunden. Lanzarote ist vorallem durch die Vulkanausbrüche im 18. Jahrhundert geprägt, die einst fruchtbares Land in eine schwarze Lavawüste verwandelten. Dieser Beitrag könnte daher auch die Überschrift "Insel des Feuers" tragen. Lanzarote soll eigentlich eine regenarme Insel sein. Aber an jenem Tag Mitte Juni war es kalt und der Regen fiel in großen Tropfen vom Himmel. Also beschlossen wir in der Hoffnung auf besseres Wetter in den Norden der Insel zu fahren. Wir fuhren auf engen Serpentinen durch die Berge und konnten vor Nebel manchmal die Straße nicht mehr sehen. Richtung Norden wurde das Wetter deutlich besser, die Sonne schien und wir sind durch schöne Kleinstadt Haiza mit ihren weißen Häuschen geschlendert und haben unsere ersten Papas zum Mittag gegessen.





Wir haben in der einen Woche auf Lanzarote soviel gesehen, dass dies die Länge eines normalen Reiseberichts um Längen sprengen würde, daher kommt zunächst ein Beitrag über meine 7 Lieblingsorte auf Lanzarote. Da die Insel nicht groß ist, kann man gut 2-3 dieser Orte an einem Tag ansteuern. Es werden auf alle Fälle noch weitere Reiseberichte von den Kanarischen Inseln folgen, da wir noch auf La Graciosa und Teneriffa waren.

Nebel am Morgen auf Lanzarote

Landschaft auf Lanzarote

Montanas del Fuego: Feuerberge - Nationalpark Timanfaya


Es gibt einen Grund warum explizit im Reiseführer steht, dass man am besten vor 10.30 Uhr am Nationalpark sein soll. Die Warteschlange auf einen freien Parkplatz war lang und wir mussten etliche Minuten warten bis wir von einem Parkwächter eingewiesen wurden. Nachdem man am Kassenhäuschen den Eintritt von 9 EUR bezahlt hat, muss man noch 2-3 km weiterfahren. Direkt neben dem Parkplatz wird vorgeführt wie heiß es wenige Meter tiefer ist. Dazu wurde ein Loch gegraben und ein Park Mitarbeiter legt dort in regelmäßigen Abständen Reisig hinein, der sich nur aufgrund der Hitze entzündet. In 2 Metern Tiefe herrschen bereits kuschelige 250°C. Ein weiterer Mitarbeiter füllt einen Einer Wasser in eine dünne Röhre, die wenige Sekunden später das Wasser in einer Fontäne hochspritzt. Wenn man sich dieses Naturschauspiel lange genug angeschaut hat, geht man zu den Bussen und sichert sich einen Platz. Denn den Nationalpark darf man nicht auf eigene Faust erkunden, sondern nur im Rahmen einer 30 minütigen Busfahrt. Während der Fahrt erfährt man auf Spanisch, Englisch und Deutsch interessante Fakten zu den Vulkanausbrüchen. Der Tourist erfährt u.a., dass zwischen 1730 und 1736 die Insel unter andauernden Vulkanausbrüchen litt und dabei elf Dörfer unter den Lavamassen begraben wurden. Ein Pfarrer aus Yaiza, der zu dieser schweren Zeit auf der Insel war, hat in einer Chronik die Ereignisse jener Jahre festgehalten. Diese wird auszugsweise im Bus vorgelesen. Weiterhin wird erwähnt, dass durch die Ausbrüche aus der fruchtbaren Insel ein Ort ohne Grundwasser wurde. Es gibt weder eine Quelle noch einen Fluss auf der Insel. Aber trotzdem wachsen Pflanzen. Der Grund ist die Vulkanerde, Lapilli genannt. Sie saugt jeden Tropfen Feuchtigkeit auf. Sei es Regen oder der Nebel, der sich morgens über die Insel erstreckt und im Laufe des Tages niedergeht.

Außerdem gibt es ein paar Fotostops, aber man darf nicht aussteigen und muss durch die Scheiben knipsten. Daher bietet sich dunkle Kleidung an, da sich helle Kleidung unschön in der Scheibe spiegelt und auf den Fotos zu sehen ist. Außerdem gibt es einen Souvenirshop und ein Restaurant, welches Hähnchen und angeblich auch Fisch auf Lava grillt. Das Restaurant hat Panoramafenster und man kann auf die Vulkankrater der Umgebung blicken.

Tipp: Wer selbst durch Lavafelder und auf und in Vulkankrater wandern möchte, muss nur einige Kilometer in Richtung Mancha Blanca fahren. Von dem Dörfchen aus führt eine Schotterpiste in ein Lavafeld und von dort aus starten mehrere Wanderwege. Aber darüber berichte ich ausführtlich in einem weiteren Reisebericht.

Eingang zum Nationalpark Timanfaya

Die Erde ist so heiß, dass sich der Reisig einfach entfacht.

Über Lava gegrilltes Hähnchen

Lavaberge von Timanfaya

Lavagestein


Jardín de Cactus


Auch wenn die Insel von Trockenheit geprägt ist, wachsen auf Lanzarote unzählige Pflanzen. Die Hauptattraktion des verschlafenen Örtchen Guatiza ist der Jardín de Cactus. Aus einem alten Steinbruch wurde ein kleiner Zauberwald, der Kakteenarten aus der ganzen Welt beheimatet. Der Garten basiert auf den Plänen des berühmten Architekten César Manrique, der durch etliche Bauprojekte maßgeblich das Erscheinungsbild der Insel geprägt hat. Wer möchte kann im Café einen kleinen Snack bestellen und den herrlichen Ausblick auf das gesamte Areal genießen.


Info: Der Eintritt von 5,50 EUR ist angemessen. Es gibt einen Souvenirshop, ein Café und saubere Toiletten. Der Parkplatz ist kostenlos.


Jardín de Cactus





Cueva de Los Verdes 


Grün ist an dieser Höhle rein gar nichts. Das geheimnisvolle Höhlenlabyrinth im Norden der Insel ist ein 6 Kilometer langer Tunnel, der bis zum Meer führt. Seinen Namen verdankt die Höhle der Familie Los Verdes. Die Höhle soll vor 3000 bis 5000 Jahren bei dem Ausbruch des Corona entstanden sein.
Vom kostenlosen Parkplatz aus sind es nur wenige Meter bis zum Eingang der Höhle, die nur im Rahmen einen Gruppenführung betreten werden darf. Im Inneren ist es dunkel, feucht und manchmal muss man in die Knie gehen, um weiterzukommen. Dafür wird am Ende der Führung mit einer geheimnisvollen optischen Täuschung belohnt.

Info: Eintritt 9 EUR. Die Führung ist auf Englisch und Spanisch.


Eingang zur Höhle Cueca de los Verdes

Die perfekte optische Täuschung - mehr wird nicht verraten

Höhlenausgang


Mirador del Rio


Am Nordkap der Insel liegt der wunderschöne Aussichtspunkt Mirador del Río. Zwar gibt es auf den kanarischen Inseln Aussichtspunkte wie Sand am Meer (Mirador heißt Aussichtspunkt), aber der Mirador del Río, der vom Architekten César Manrique entworfen wurde, sucht seines gleichen. An den spanischen Architekten kommt man auf der Insel einfach nicht vorbei.  Der Mirador ist mit seinen flachen Mauern aus Naturstein so gut in das braune Felsgestein integriert, dass man den Aussichtspunkt von der gegenüberliegenden Insel La Graciosa nicht erkennen vermag. Neben einer atemberaubenden Aussicht auf die kleine Insel La Graciosa, die über eine 2km lange Meeresenge von Lanzarote getrennt ist, gibt es dort auch ein Lokal mit großen Panoramafenstern. In der Ferne lässt sich das Treiben auf der kleinen Insel erahnen, aber jedoch nicht wie launisch das Meer ist. (Über unseren Tagesausflug nach La Graciosa werde ich auch  noch berichten.)

Info: Öffnungszeiten 10 bis 17.45 Uhr; Juli bis September eine Stunde länger; der Eintritt kostet 4,50 EUR, es gibt keinen Studentenrabatt.


Aussicht vom Mirador del Rio auf die kleine Insel La Graciosa

Mirador del Rio - wurde auch von César Manrique entworfen



Weinplantage von La Geria


Auf dem Weg in den Norden sind wir am 2. Tag an etlichen Weinplantagen vorbeigefahren. Der schwarze Boden und die tief hängenden Nebelwolken gaben der Landschaft etwas mystisches. Die Insel ist für ihre starken Windböen bekannt und daher hat jede Rebe ihre eigene Pflanzkuhle und sogar eine eigene Windfangmauer. Das Weingut überstand die schweren Vulkanausbrüche im 18. Jahrhundert und wurde seither mehrfach umgebaut, um letztendlich zur heutigen Bodegas Rubicón zu werden. Das Gut wurde behutsam restauriert, um die alte Bausubstanz bestmöglich zu erhalten. Täglich halten mehrere Touristenbusse dort an, um u.a. Wein zu probieren. Ein Glas kostet 1 EUR. Eine Flasche Wein gibt es ab ca. 10 EUR.

Bodegas Rubicón auf Lanzarote bei La Geria
 



Museo de Acricola de Patio


Das Museum ist eine Reise durch die Zeit. Auf dem Grundstück steht ein großes Bauernhaus aus dem Jahr 1840, welches zum größten und ältesten landwirtschaftlichen Betrieb der Insel gehört. An dem Museum schließt sich eine riesige Weinplantage an. Der Besucher kann am Ende des Rundgangs verschiedene Weine kosten, aber u.a auch den eigenen Ziegenkäse erwerben. Das Museum lädt geradezu ein sich auf einer Bank niederzulassen, den Ort zu genießen und es den Hühner gleich zu tun, die sich im im Schatten der dichten Büsche vor der heißen Sonne verstecken.

Info: Der Eintritt von 5 EUR ist in jedem Fall für das 800.000 qm große Areal angemessen.


Sonniger Innenhof des Bauernhauses

Weinberge des Museums


Playa Papagayo 


Um zu den sieben naturgeschützen weißgoldenen Sandstränden der Playa Papagayo zu gelangen, muss man seinen Mietwagen über eine 6 Kilometer lange Schotterpiste scheuchen und mit viel Verkehr rechnen. Die Strände sind nämlich sehr beliebt. In versteckten Buchten zwischen kargen Lavabergen tummeln sich die Sonnenanbeter und genießen die heiße Sonne.Von hier aus blickt man auf Fuerteventura und sieht von Zeit zu Zeit Fähren, die die beiden Inseln mehrfach am Tag verbinden. In der Nähe des Parkplatzes gibt es ein ganz tolles Restaurant, das eine leckere Paella macht. Der Service ist gut gelaunt und spricht wahrscheinlich alle Sprachen dieser Welt. Zum Abschluss gibt es einen Schnaps auf Kosten des Hauses und der Kellner trinkt auch schon einmal mit und stößt mit den Gästen auf eine unvergessliche Zeit an. Leider schließt das Lokal schon gegen 20 Uhr, also zeitig essen gehen!

Info: Ein Sonnenschirm ist Pflicht. Es gibt an den Stränden keinen Schatten. An den hinteren Stränden ist FKK erlaubt - lt. Reiseführer.





Am Horizont lässt sich schon Fuerteventura erahnen

Kommentare:

  1. Liebe Myriam,

    was eine tolle Zusammenfassung. Da bekommt man richtig Lust auf Lanzarote. Ich habe schon einige kanarische Inseln besuchen dürfen, aber Lanzarote fehlt mir noch. Ich muss zugeben, Lanzarote hat mich bisher auch nicht wirklich gereizt, da es mir immer so trostlos vorkam. Aber dank deiner schönen Vorstellung hat sich mein Bild gerade gewandelt.

    Liebe Grüße,
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,

      es freut mich, dass ich dich für Lanzarote begeistern konnte. Die Insel ist gar nicht so karg, wie man denkt. Aber man erkennt schon einen deutlichen Unterschied zu Teneriffa.

      Liebe Grüße aus Leipzig

      Myriam

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  2. Danke für die tollen Bilder! Ich war noch nie auf Lanzarotte, aber die Bilder sind ja echt einmalig. Diesen vulkanischen Ursprung finde ich, merkt man da total (liege ich überhaut richtig?). Schwarzer Boden und dann diese knallgrünen Pflanzen. Wahnsinn!

    Liebe Grüße
    Katharina
    von Großstadtgedanken

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    1. Liebe Katharina,

      es freut mich, dass dir meine Fotos gefallen. Der gesamte kanarische Archipel ist vulkanischen Ursprungs. Auf Lanzarote merkt man das besonders, weil dort sehr heftige Vulkanausbrüche waren.

      LG Myriam

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  3. wow die eindrücke sind einfach nur perfekt
    ich war noch nie auf lanzarote
    wie lustig- heute noch habe mich meinem freund darüber gesprochen,
    unser nächster urlaub geht dorthin

    alles Liebe deine AMELY ROSE

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    1. Liebe Amely,

      das ist ja mal cool! Ich wünsche euch viel Spaß auf Lanzarote. Wenn es sich anbietet, empfehle ich euch einen Tagesausflug nach La Graciosa. Das ist eine ganz kleine Insel an der Nordküste von Lanzarote und ihr müsst mindestens einen Strandtag am Playa Pagagayo machen.

      LG Myriam

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  4. Hallo Myri,

    die Bilder hauen mich auch um. Da bekommt man wirklich fernweh. Der Kontrast zwischen dem kargen dunklen Boden und den saftigen grünen Pflanzen ist herrlich. Freue mich schon auf die Berichte zu den anderen Inseln!

    Liebe Grüße
    Swany

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    1. Liebe Swany,

      die Landschaft im Timanfaya Nationalpark ist total beeindruckend. Leider darf man nicht aussteigen und so konnten wir nur Fotos aus dem Bus über die Köpfe der anderen Fahrgäste machen. Lanzarote ist noch ein richtiger Kontrast zur blühenden und grünenden Insel Teneriffa. Ich versuche spätestens Sonntag den nächsten Reisebericht online zu stellen. :)

      LG Myriam

      PS: Viel Spaß in Arosa und liebe Grüße an Philipp.

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