Montag, 10. September 2012

Tatort: Dollar

Es gab einmal eine Zeit ohne Geld. Zu dieser Zeit wurden Waren getauscht. Leider hatte der Tauschhandel einige Nachteile: Die zu tauschenden Güter waren mitunter schnell verderblich, man hatte grad kein passendes Gut zum Tauschen oder es war sehr mühsam die Waren über weite Strecken zu transportieren.

Kurz um: Das Prägen von Münzen erschien als äußerst sinnvoll. Münzen und später Geldscheine etablierten sich als Tauschgüter.

Zunächst stand jedem Papier-Geldschein ein realer Silber bzw.- Goldbetrag gegenüber. Dies lässt sich gut am Beispiel des USD erklären:

1928 stand auf dem US Dollar "Silberzertifikat". Das bedeutete, dass man zum amerikanischen Schatzamt gehen konnte und sein Papiergeld gegen Silber tauschen konnte. Schon 1953 war diese 100 % Edelmetalldeckung nicht mehr gegeben. Heute steht auf dem Dollar: "In God we trust".



Der einzige Wert den der USD heute noch hat, ist das Vertrauen, dass wir jemanden finden, der uns für diesen Dollar Waren tauscht.

"Das heutige Weltwirtschaftssystem hängt einzig und allein davon ab, dass die Menschen diesen bunten Papierschnipseln ohne jegliche Verpflichtung, genannt US-Dollarnoten, vertrauen."
Dirk Müller

Die Frage, die sich nun stellt, ist: Warum haben wir noch immer Vertrauen in den USD?

Mehreren Analysen zu Folge gab es 1972/73 (nach Aufgabe des Goldstandards) eine geniale Verabredung zwischen dem Weißen Haus und dem saudischen Königshaus.

Die Saudies sollten Öl nur noch gegen USD liefern, im Gegenzug dazu garantierten die Amerikaner den Saudies militärischen Schutz. Für diese Annahme gibt es keine Bestätigungen, jedoch viele Hinweise.

Weltweit werden die meisten Rohstoffe gegen USD gehandelt. Dieses Prinzip sichert natürlich das Existenzrecht des Dollars. Denn wenn ständig auf dem wachsenden Weltmarkt USD zum "Einkaufen" gebraucht werden, rechtfertigt dies den ständigen Druck frischer grüner Scheinchen.

Am Ende gibt es 2 Gewinner: Die Scheichs werden reicher, und legen die überschüssigen Dollars in amerikanische Staatsanleihen an, wiederum damit können die US-Amerikaner in neue Konjunktur- und Waffensysteme investieren.

Zapfsäule in Saudi Arabien: umgerechnet kostet der Liter Benzin hier 9 Cent


Dirk Müller fasst zusammen: "Die ölexportierenden Staaten und Asien liefern Öl und Waren gegen leere Versprechungen. Dieser Handel wird einzig von dem Vertrauen getragen, dass der US-Dollar für alle Zeiten von allen Marktteilnehmern akzeptiert wird.

In den letzten Jahren gab es einige Länder, die diesen "Deal" nicht mehr mitmachen wollten.
Bestes Beispiel hierfür ist Saddam Hussein. Bereits im Jahr 2000 wollte er Öl nur noch gegen Euro verkaufen. Stellt sich die Frage warum er dies tat: Wollte er nur seinem Erzfeind USA kurz vor der Präsidentschaftswahl schaden oder hatte er kein Vertrauen mehr in die grünen Papierscheine?

Bereits 2006 "muckte" ein weiteres Land auf: Der Iran wollte eine Erdölbörse eröffnen und Öl nicht mehr gegen Dollar sondern gegen Euro handeln. Mit Sanktionen und etlichem Druck versuchte man den Iran von diesem Vorhaben abzubringen. Erst im Februar 2008 wurde die Börse eröffnet, gehandelt wird allerdings in der iranischen Landeswährung Rial.

Auch der venezuelische Staatschef Chavez drohte mehrmals Öl nur noch gegen Euro zu handeln.

Bleibt zu überlegen, ob die USA wirklich den Weltfrieden im Sinn haben oder mit aller Macht den Petrodollar am Leben erhalten wollen.

Buchtipp: CRASHKURS von Dirk Müller aus dem Knaur Verlag

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