Sonntag, 16. Februar 2014

Einblick: Museum für Druckkunst

Am vergangenen Sonntag habe ich bereits von der Ausstellung zur Industriearchitektur in Sachsen berichtet. Diesen Text könnt ihr hier lesen.
Bevor wir uns die Fotos der Ausstellung angeschaut haben, sind wir durch die einzelnen Etagen des Druckkunst Museums gelaufen. Was wir gesehen haben, zeige ich euch jetzt:

Steindruckschnellpresse, um 1894

Wenn man durchs Foyer in die Ausstellungsräume geht, entdeckt man zuerst dieses gewaltige Exemplar einer Druckmaschine. An den großen Maschinen haben bis zu drei Personen gearbeitet. Laut Prospekt handelt es sich bei der Steindruckschnellpresse, die ihr auf dem Vorschaubild seht, um die vermutlich weltweit größte noch erhaltene dieser Art. Mit ihr können Drucksachen im Format 80x100 gedruckt werden.

Blick in die unterste Etage

Wenn es so etwas wie eine Lieblingsdruckmaschine gibt, dann ist meine auf alle Fälle die Billettdruckmaschine. Mit ihr können Fahrkarten gedruckt werden. Dazu läuft das Papierband zwischen bis zu vier Drucktiegeln hindurch. Nach dem Drucken werden die bedruckten Fahrkarten von einem Schneidwerk auf die gewünschte Größe geschnitten.

Billettdruckmaschine um 1930

Setzkasten für Musiknotensatz

Wenn man an Druckerei denkt, fällt zunächst einmal spontan Bücher und Zeitschriften, vielleicht noch Handzettel und Prospekte ein. Aber es gibt noch mehr: Auch Noten "müssen" irgendwie zu Papier gebracht werden. Im Museum gibt es auch einen sehr großen Setzkasten mit chinesischen Schriftzeichen. Er nimmt fast die gesamte hintere Wand in Anspruch. Leider sind meine Fotos dazu sehr unscharf geworden und ich kann euch leider keine Fotos davon zeigen.

Druckerei zum Ausprobieren

Durch den obersten Ausstellungsraum strömt ein Duftgemisch aus Öl, Schmiere und Druckfarbe. Man fühlt sich im ersten Moment in eine längst vergessene Welt zurückversetzt. Es stehen kleine Druckpressen für die Besucher zur Verfügung. Mit ihnen können kleine Postkarten-Souvenirs gedruckt werden. Hier ein Exemplar:

Zum Selbstdrucken: Trauriger Schneemann

Viele der alten Geräte und Maschinen funktionieren noch und die Mitarbeiter des Museums werfen sie gerne für interessierte Besucher an. Unten seht ihr ein Modell aus den 1930er Jahren. Bei dieser Maschine werden die bedruckten Seiten über Transportbänder geführt. So können die Seiten bereits an der Luft trocknen. Auf dieser Maschine wurden Bücher gedruckt.

Schwingzylinderdruckmaschine, 1939

Die "Wharfedale" ist die älteste Druckmaschine in diesem Museum. In England wurden die Wharfedele´s ab 1856 gebaut. Sie druckt nach dem Prinzip Zylinder gegen Fläche, bei dem der Zylinder über die flache Druckform rollt und somit einen streifenweisen Druck erzeugt. Dieses Prinzip fand bereits bei den ersten Schnellpressen um 1813 Anwendung.

Stoppzylinderdruckmaschine "Wharfedale" um 1860
So ... das war natürlich nur eine klitzekleine Auswahl an Druckmaschinen im Museum. Es gibt auch noch eine große Anzahl an Setzmaschinen und vieles mehr zu entdecken. Wochentags ist auch ein Setzer im Museum, der die Maschinen erklärt und vorführt.

Für mich war es ein gelungener Nachmittag im Museum. Wir konnten uns anschauen, welche Maschinen es gibt und wie sie funktionieren. Wir durften selbst die schweren Handdruckmaschinen ausprobieren und traurige Schneemänner drucken. Wir haben uns noch ein paar Rezepte mitgenommen, die im Museum zum auslagen. Die Kohlrabi - Lasagne mit Spinat klingt besonders verlockend und lecker. :)

Das Museum bietet auch viele Kurse und Workshops an. Eine aktuelle Liste findet ihr hier.
Ab morgen gibt es ein Winterferienprogramm und am 30. März könnten Interessierte unter Anleitung bezaubernde Osterbilder, Visitenkarten und andere kleine Kunstwerke selbst entwerfen. Für den zweiten Workshop bin ich noch nicht zu alt und kann mich anmelden. :) Obwohl ich dennoch ein wenig traurig bin, dass ich für das Winterferienprogramm zu alt bin. "Malen wie die Ägypter" oder "Comics als Linolschnitt" hätte ich gern selbst gemacht.

Würde euch so ein Tag im Museum oder ein Workshop auch gefallen und hättet ihr Lust das einmal auszuprobieren?

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