Montag, 15. Juni 2015

Reisebericht Island Teil 4: Wanderung zum Eldborg Krater

Auf unserem Weg zur Halbinsel Snæfellsnes haben wir einen Stopp beim beliebten Eldborg Krater eingelegt. Da er sehr ebenmäßig geformt ist, gilt er als einer der schönsten Krater der Insel. Das letzte Mal soll er vor rund 5000 Jahren ausgebrochen sein. Also ein perfektes Ziel, um bei eisigem Wind und 2°C das warme Auto zu verlassen und uns auf den Weg zu machen. ;)


Eldborg Krater



Auf dem Parkplatz neben dem Bauernhof Snorrastaðir war unser Mietwagen das einzige Auto. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Wir stiegen also aus und gingen in Richtung des Wanderweges. Nimmt man die Luftlinie liegt der Krater nicht weit von unserem Ausgangspunkt entfernt, aber der Weg schlängelt sich auf einer Länge von circa 3 Kilometern im zick zack durch die Landschaft, vorbei an Moosen, Flechten und Lavagestein.

Um den Krater herum erstreckt sich das große Lavafeld Eldborgarhraun. Dieses wurde durch verschiedene  Vulkanausbrüche mit dünnflüssiger Lava geformt. In der Nähe gibt es noch drei weitere Krater. Der Eldborg misst im Durchmesser circa 200 Meter und ist 50 Meter tief. Seine Außen- und Innenwände sind sehr steil. Er soll insgesamt 2 Mal ausgebrochen sein.


ausgeschilderter Wanderweg





hier erkennt man gut, dass es sich um erkaltete Lava handelt


wieder eine typische isländische Treppe


Der Trampelpfad ist gut eingetreten und man kann ihm prima folgen. Größtenteils ist es nicht möglich ihn zu verlassen, da ein dicker Gestrüppteppich die Landschaft überzieht. Teilweise ist es sehr matschig und der Wind pfeift gehörig um die Ohren. Nach einer bis anderthalb Stunden steht man schließlich vor den Steintreppen, die auf den Krater führen. Jetzt heißt es mutig sein und die angedeuteten Stufen hinaufklettern. An einigen Stellen ist das kein Problem, zwischenzeitlich muss man aber genau aufpassen, wo man hintritt. Es gibt zwar eine Art "Geländer", das aus einigen Metallpfeilern, die an einer Metallkette verbunden sind, besteht, aber vollkommene Sicherheit bietet es nicht.


Steinstufen zum Eldborg

Eldborg - die letzten Meter


"Wow, endlich oben angekommen", dachte ich und fühlte mich ein bisschen so als hätte ich einen Achttausender bestiegen. Die Aussicht war gigantisch. Der Wind pfiff noch schlimmer als unten. Der Blick in den Krater ... was soll ich dazu schreiben ... so etwas hatte ich bislang noch nicht gesehen. Faszinierend. Die karge Landschaft um uns herum, der tiefe Kraterschlund und am Horizont die schneebedeckten Berge. Eine Mischung von "auf dem Mond sein" und Alpenpanorama. Unbeschreiblich.



Blick in den Krater




Ins Deutsche übersetzt, heißt der Vulkankrater "Feuerburg". Der Eldborg und seine Umgebung wurden im Jahr 1974 zu einem geschützten Naturdenkmal erklärt.

 Zum Abschluss noch ein kurzes Video: 



Die Wanderung dauert insgesamt circa 2,5 Stunden und ist sehr zu empfehlen. Pro Strecke sollte man eine Stunde einplanen und sich oben auf dem Krater eine halbe Stunde Foto- und Verschnaufpause gönnen.

Bevor man auf Island alleine loszieht, sollte man unbedingt diese Seite checken  http://www.safetravel.is/ und sich ggf. die App aufs Handy herunterladen. Touristen können auf Island schnell in Gefahr geraten, wenn sie die Kraft der Natur unterschätzen oder sich regional nicht auskennen.

Hättest du an dieser Wanderung auch so viel Spaß wie wir?

Kommentare:

  1. Die Wanderung zum Eldborg Vulkan ist auf jeden Fall eine Empfehlung, weil man recht einfach Zugang zu einem solchen Naturschauspiel hat - und das kostenlos! Zwar ist der letzte Teil des Weges auch beim Eldborg eher Klettern als Wandern, dennoch ist das für jeden ohne besondere Kenntnis und Ausrüstung zu schaffen. Als Empfehlung würde ich einzig festes Schuhwerk und nicht die beste Kleidung mitgeben. Denn das Terrain ist teilweise sehr matschig und das Lavagestein ist extrem scharfkantig. Ein bisschen wie ein Bimsstein in extra rauh und extra grob. Meine Lederschuhe haben jedenfalls einige Abschürfungen mitgenommen.
    Wer es härter braucht, kann sich statt dem Eldborg auch den aktiven Vulkan Hekla (1 Richtung Vik, hinter Selfoss auf die 26) vornehmen. Für die Fahrt in die Nähe der Hekla ist allerdings ein 4x4 Jeep notwendig. Auch der Aufstieg ist langwieriger, am besten man nimmt sich einen Tag Zeit. Alternativ gibt es auch diverse geführte Touren, die man buchen kann. Für mich persönlich steht die Hekla auf jeden Fall auf der Liste für einen zweiten Island Urlaub. Vor allem 2 Punkte machen die Hekla interessant für mich. 1: Man soll angeblich die Aktivität des Vulkans überall merken durch schwefelige Ausdünstungen und die spezielle Optik durch die jünsten Ausbrüche (1991, 2000). Und 2: Der Vulkan wird im Volksmund "Tor zur Hölle" genannt, weil in der Vergangenheit oftmals Menschen auf dem Schlund gesichtet wurden, die kurz zuvor ertrunken sind. Da die Erscheinung dieser Menschen gequält wirkte, ging man davon aus, dass sie unterhalb des Vulkans (in der Hölle) festgehalten werden. Nähert man sich dem Vulkan vom Westen, soll er zudem aussehen wie ein umgedrehtes Ruderboot.

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  2. Ich will auch so gerne mal nach Island, aber das ist mit Rolli leider schlecht.

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  3. wow, ich habe gerade mal alle deine island-posts angeschaut und jetzt habe ich noch mehr lust, hinzufliegen. für nächstes jahr steht es definitiv auf der liste! die landschaft sieht grandios aus! liebe grüße! :)

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    1. Hi Luisa,
      freut mich, dass ich dein Fernweh für Island wecken konnte. :) Das Land ist auch super. Nächstes Jahr wollen wir noch einmal nach Island fliegen. Es kommen auch noch ein paar Reiseberichte - ich habe nur noch nicht geschafft alle zu schreiben.

      LG Myriam

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  4. Große Reise! Haben Sie versucht, auf einer Tour in den Norden zu gehen https://poseidonexpeditions.com/de/nordpol/? Es ist viel Spaß! Ich rate Ihnen dringend

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