Sonntag, 16. Juli 2017

10 schöne Orte auf Gran Canaria zum Erholen und Entdecken

Vor drei Monaten waren wir auf Gran Canaria und haben die Insel mit dem Mietwagen erkundet. Ich habe bereits über Maspalomas und die Costa Mogán im Süden sowie von den idyllischen Bergdörfern berichtet. Es gibt aber noch so viele schöne Orte auf der Insel, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Und da ich Clickbaiting nicht übermäßig mag, heißt dieser Reisebericht "nur" 10 schöne Orte auf Gran Canaria - ohne Zusatz "die du gesehen haben musst oder sonst stirbt ein Einhorn" :) Meine 10 Orte sind keine typischen Sehenswürdigkeiten - es sind vielmehr ruhige Orte, um zu entspannen und Kraft zu tanken.



Auf dem Weg zum See kommen wir ins Stocken. Ein Unfall bei Mogán verursachte einen Stau. Aber relativ schnell sind Rettungskräfte vor Ort und die Polizei räumt sehr schnell die Fahrbahn. Und so können wir nach wenigen Minuten unsere Fahrt zum See fortsetzen. 
Auf der Straße GC-605 hat man eine schöne Sicht ins Tal. Leider ist es schwierig vom Beifahrersitz aus schöne Fotos zu machen, da entweder die Leitplanke zu hoch ist oder aber etliche Büsche die Sicht versperren. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Basti Benzin im Blut hat und kurvenreiche Bergpisten jedes Rennfahrerherz höher schlagen lassen.


1. Zwischenstopp am Mirador El Mulato auf 900 Höhenmetern

Aber zum Glück gibt es einige Aussichtspunkte auf der Strecke, die zum Anhalten einladen. Am Mirador El Mulato trafen wir vier ältere Franzosen und fotografierten uns gegenseitig. Endlich mal wieder eine Gelegenheit, um meine verschütteten Französischkenntnisse hervorzukramen.
 
Mirador El Mulato

Herrlicher Blick ins Tal vom Mirador El Mulato

Vom Mirador aus kann man auf die kurvenreiche Straße blicken und den Ort Mogán in der Sonne flimmern sehen. Bastis Navi zeigte ungefähr 900 Höhenmeter an. Bei wenig Verkehr und mit erlaubten 40 kmh setzten wir unsere Fahrt zum eigentlichen Ziel fort. Die Fahrt geht vorbei an Wäldern und üppig blühenden Wiesen. Bei 1000 Höhenmetern (Cruz de San Antonio) gibt es plötzlich eine Holzleitplanke. Ist das deren Ernst, denke ich, schützt die überhaupt im Fall der Fälle?


2. Wanderung mit Picknick zum See Presa Cueva de las Ninas

Am See angekommen, finden wir noch einen Parkplatz im Schatten. (Bei km 10 auf der GC-605 befindet sich der Eingang zum Parkplatz) Camping ist hier übrigens möglich. An einem der zahlreichen Steinsitzgruppen grillt lautstark eine Familie. Der See ist eher ein Ausflugsziel für Einheimische. Touristen verirren sich eher selten hier her. Am Wochenende werden die Grillecken sicherlich bis auf den letzten Tisch belegt sein.

Wir laufen zum See und umrunden ihn zur Hälfte. An der großen Staumauer ist ein Gehöft und ein Hund bellt uns an. Als er aber feststellt, dass von uns keine Gefahr ausgeht, legt er sich wieder zur Hauskatze und schläft weiter. Am See gibt es wenig Schatten und so war ich glücklich, dass ich an mein Basecap gedacht habe. Auf dem Rückweg laufen wir auf einen Hügel, die zwei Kiefern dort sind ineinander verwachsen und werden von Agaven umringt. Ein bisschen sehen die zwei Bäume wie ein altes Liebespaar aus, das hier seine Ruhe gefunden hat.



Oberhalb des Sees war die GC-605 gesperrt, sodass wir zunächst den gleichen Weg zurück nehmen mussten. Als wir den Berg hinunter fuhren, gaben die Gipfel je Kurve mehr vom herrlichen Blick auf die hohen Kiefern, die sich um die Berge schmiegen, frei. Als wir an einer Weggabelung vorbeikamen, bogen wir Richtung dem Stausee Sonia ab. Vorbei am Barranco Andres, blühender Brunnenkresse und Kaktusfeigen am Wegesrand sowie kleiner Dörfer befuhren wir die GC-505 bis zur Mandarinenplantage.

Übrigens wissen die Einheimischen immer recht gut, welche Straßen gerade wegen Rutschgefahr o.Ä. gesperrt sind. Einfach nach dem Frühstück im Hotel fragen oder Radio hören, wenn ihr Spanisch verstehen könnt. ;)


3. Teror und ein Schaufensterbummel

Auf dem Weg zum Bergdorf Teror kommen uns etliche rote  "Teror-Laster" entgegen. Neben Firgas wird auch hier Mineralwasser abgefüllt, wie wir später nachlesen. Auf dem Weg sehen wir viele Eukalyptusbäume und passieren den Ort Los Llanos. Die Kurven sind so eng, dass die roten Wasserlaster vorausschauend vor jeder Kurve hupen. Im Zentrum des historischen Zentrums steht eine Basilica aus dem 16. Jahrhundert - gesäumt wird sie von hübschen Häusern aus rötlich-gelben Basalt mit pittoresken Balkonen. Wir schlendern durch die kleine Einkaufsstraße und fotografieren das für Teror typische Postkartenmotiv. Die Häuser sind noch gut erhalten und sehen gepflegt aus. Es ist verboten alte Fassaden abzureißen. Die Gemeindeverwaltung legt Wert auf den traditionellen Baustil mit den Holzbalkonen. Weitere Informationen können in meinem Reisebericht " Von der Schönheit der Berge und der Idylle kleiner Bergdörfer" nachgelesen werden.



 

4. Barranco de Guayadeque - Ins Wohnzimmer der Höhlensiedlungen blicken

Diese prähistorischen Höhlensiedlungen sind noch heute bewohnt und liegen nördlich von Agüimes in einem Tal. Um dort hinzugelangen befährt man mit dem Mietwagen zuerst die GC-100 und dann die GC-103. Links und rechts ist üppige Natur, die an Kuba erinnert. Palmen und Laubbäume wechseln sich ab. Am Ende des Tals sind wir auf fast 1000 Höhenmeter angelangt.

Den Wagen kann man einfach am Straßenrand parken oder auf dem Parkplatz des Museums abstellen. Wir liefen durch die Siedlung schauten uns auf Einladung eines älteren Herrn seine Höhlenwohnung an und stiegen weiter die Berge hinauf. In den steilen Felsen waren etliche Wohnungen geschlagen, ganze Bauerngehöfte mit Ziegen, Eseln, Truthähnen, Hühnern und Küken. Der Wind ließ uns die Anstrengung der Mittagshitze vergessen und die Neugier trieb uns immer weiter höher - was würden wir wohl hinter der nächsten Abbiegung entdecken? Die Wanderung ist steil und rutschig, daher nicht für Kinder und ungeübte Wanderer zu empfehlen. Wer aber kann und will, sollte die Anstengung in Kauf nehmen. Es lohnt sich.

Wanderweg


Auf dem Rückweg pflückten wir am Wegesrand wachsene Kaktusfeigen und bekamen etliche Stacheln ab, die Widerhaken hatten. Zurück im Auto beschlossen wir die Straße bis zum Ende zu fahren. Im Wendekreis der Straße befinden sich zwei Restaurants mit Terrassen und ein Gastraum ist in einer Höhle. Auch gibt es eine Kirche, die in den Stein geschlagen wurde. Diese Höhlenkirche wird von vielen Touristen besucht - für uns standen zu viele Autos vor der Kirche, sodass wir nicht anhielten.

Süß und saftig, aber mit Stacheln - Kaktusfeigen


5. Jardin Canarío - Entspannen im großen Garten

Um zum oberen Eingang des Jardín Canarios zu gelangen, nimmt man die GC-112 nach Tafira, fährt nach den Wegweisern, biegt in die GC-110 ab und stellt das Auto auf dem kostenlosen Parkplatz ab. Der Eintritt in den Park ist ebenfalls kostenfrei. Ab der Aussichtsplattform hat man zwei Möglichkeiten - nach links nimmt man den breiten, nicht steilen Weg und nach rechts, wie könnte es anders sein, nimmt man den engen und steilen Weg. Unten im Tal angekommen, flaniert man durch Palmen- und Kakteengärten, weicht bissigen Schwänen aus und gönnt sich ein Bad in der Sonne. Im botanischen Garten gibt es sogar eine App, die noch mehr Infos zu den Pflanzen verrät. Dieser Ort eignet sich hervorragend für Hobby Fotografen und Familien mit Kindern. Eltern mit Kleinkindern sollten sich aufgrund der vielen steilen Stufen ohne Geländer aber bewusst sein, dass sie den Kinderwagen im Auto lassen und die Kinder tragen müssen. Wir haben etliche Väter mit hochrotem Kopf gesehen, die einfach keine Lust mehr hatten.
Davon mal abgesehen, ist der Park, der terrassenförmig angelegt wurde, sehr schön und vielseitig. Sogar die kostenlosen Toiletten sind sauber und im guten Zustand. Neben dem oberen Eingang befindet sich ein Restaurant mit einer Panorama View auf dem Park. Es hat täglich geöffnet, sah aber teuer aus. Am besten checkt ihr die Öffnungszeiten vorab - diese können sich je nach Jahreszeit ändern.

Weg im Jardín Canario

Kakteengarten im Jardín Canario

Kakteengarten im Jardín Canario

Ich zwischen den Palmen - entdeckst du mich?


6. Roque Nublo - Wanderung zum Dach der Insel

Nach dem Frühstück und einigen Runden durch den Hotelpool starteten wir in Richtung Roque Nublo. Das Wahrzeichen der Insel ist 1803 m hoch. Die markante Felsnadel ist 80 m hoch und von vielen Punkten der Insel aus gut sichtbar.
Vom Süden aus kommend nahmen wir die GC-60 und glaubten uns in der Tour de France wiederzufinden. Die Strecke ist von Radfahrerin übersät. Vorbei am Touristennepp Mundo Aborígen und dem Mirador Degollada de La Yegua waren wir endlich wieder so hoch in den Bergen, dass wir aufs Meer und die Dünen von Maspalomas schauen konnten. Mit zunehmender Höhe wurden die Radfahrer sowohl erschöpfter als auch dreister. Auf der engen und kurvenreichen Straße fuhren sie nun mittig. In Dörfern kehrten die ersten Radler in Bike Stops ein und legten eine verdiente Pause ein. Die Straße war wirklich steil. Später habe ich irgendwo gelesen, dass dort in den Bergen tatsächlich Profisportler trainieren. Nach Hobbyfahrer sahen sie auch nicht aus. Kurz nach 12 Uhr waren wir auf 1300 Höhenmetern angekommen. Die Bergstraße wurde von Kiefern und gelben Blümchen am Hang gesäumt. Wir hatten Glück, dass wir um diese Uhrzeit noch einen recht guten Parkplatz erwischten.

Vom Parkplatz dauert es ca. 45 Minuten bis zum Roque Nublo. Der Weg ist gut ausgebaut und kein loses Geröll stört. Die Steine sind allesamt fest. Ein bisschen klettern muss man zum Ende schon, aber durchaus für Best Ager und Kleinkinder zu schaffen. Hunde kann man auch mitnehmen.
Wenn man die Strecke geschafft hat, wird man bei guten, wolkenfreien, Wetter mit der Sicht bis nach Teneriffa belohnt. Man kann den Teide, Spaniens höchsten Berg, sehen.
Wer möchte kann im Schatten der Felsnadel entspannen und seine Jacke aus dem Rucksack hervorkramen. Auf 1800 Höhenmetern rutscht das Thermometer auch schon mal auf 10°C ab.
Wer die Aussicht von allen vier Himmelsrichtungen aus genossen hat und etliche Fotos geschossen hat, macht sich wieder auf den Rückweg. Hört man die Musiker spielen, weiß man, dass der Parkplatz nicht mehr weit ist und man sich endlich mit einem Eis, Baguette oder kaltem Getränk belohnen kann.
Wir fuhrern allerdings direkt ins nächste Dorf und kehrten in ein Restaurant ein. Man darf wohl auf 1300 Höhenmetern auf keine kulinarischen Wunder hoffen, satt und schnell bedient wurden wir aber trotzdem.


Wanderweg zum Roque Nublo

Wanderweg zum Roque Nublo

Grandiose Aussicht bis zum Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa

Die markante Feldnadel des Roque Nublo


7. Valle de Agaete - Ein Hauch vom Garten Eden

Der Reiseführer beschreibt das Valle de Agaete in den schillersten Farben. Das subtropische Tal sei das schönste der Insel- Papayas, Avocados, Apelsinen, Zitronen, ja sogar Kaffee und Wein würden hier wachsen. Wer würde sich bei dieser Vorankündigung nicht das Tal anschauen wollen?

Also fuhren wir los. Zunächst auf die GC-600, dann die GC-150, auf der gerade Bauarbeiten waren. Die Vögel zwitscherten und wir genossen von der Straße die schöne Sicht ins grüne Tal. Die Felder sind terrassenförmig angelegt. Auf 1630 Höhenmetern stoppten wir am Mirador Degollada Las Palomas. Wir befuhren die GC-220 und die sehr enge und einspurige GC-222. Auf dem Weg lag der kleine hübsche Ort Laideros. Die Berghänge waren üppig bewachsen und erinnerten uns wieder an Kuba. Wir passierten Saucillo, Tegueste und Höhlenwohnungen ehe wir auf einer Höhe von 584-600m wieder das Meer sehen konnten. Wir sahen die Stadt im Tal und fuhren bergab, vorbei an Los Silos, Buenavista und El Agazal.


Und endlich gaben die Berge den Blick aufs Meer wieder frei

Endlich verließen wir den Schatten der Berge und die Sonne kam heraus. Ab dem Ort Agaete bogen wir auf die GC-231 in Richtung "El Valle". Ab hier ist es besser nach Schildern zu fahren. Bei San Pedro muss man nach links abbiegen, um auf der GC-232 weiterzufahren. Fast auf der gesamten Strecke sieht man auch das Meer. Die kleinen weißen Häuschen verleihen der Gegend zusätzlich noch Charme.
Wir stiegen aus und bewunderten die sattgrünen Hänge. In der Ferne meckerten die Ziegen und ihre Glöckchen gaben den Takt an. Leider fanden wir keinen Wanderweg, der direkt ins Tal führt.


Valle de Agaete - Ein Hauch vom Garten Eden

Typisch auf Gran Canaria: Berge und Meer auf einem Blick


8. El Sao - Kleines Dorf am Ende des Valle de Agaete

An der Wendeschleife stellten wir unseren Mietwagen ab und liefen den kurzen Weg mit 30%iger Steigung zum kleinen Dorf El Sao hinauf. Die Aussicht ist gut. Es gibt eine handvoll Häuser, den bellenden Dorfhund und einen reifen Mandarinenbaum. Ich muss zugeben, dass ich der Verlockung nicht wiederstehen konnte und eine pflückte. Sie war saftig und süß.
Den Rückweg traten wir über die GC-2 Richtung Las Palmas/Galdar an, da die direkte Route zum Mirador de Balcón für den Verkehr gesperrt war.


Von der Wendeschleife aus starten steile, aber schöne Wanderwege zu den Dörfern El Sao und El Hornillo


9. Mirador de Balcón - Nebelgeist

Es gibt aber noch einen anderen Weg zum Mirador de Balcón. Den sind wir ein paar Tage zuvor gefahren. Normalerweise kann man bis auf die Nachbarinseln blicken, wir fuhren aber in tiefe Nebelschwaden und sahen die Hand vor Augen kaum.





10. San Bartolomé und das Hotel in den Bergen

An unserem letzten Tag wollte ich mich noch einmal von den Bergen verabschieden und so landeten wir in San Bartolomé. Wir trafen gerade zur Heiligen Sonntagsmesse ein und die Bewohner hatte keinen Kopf für hungrige Touristen und so fuhren wir weiter hoch in die Berge. Parkten unser Auto und liefen einen Berg hoch. Oben angekommen, sahen wir einen tollen Garten mit Obst, Kräutern und vielen Blumen. Dieser gehörte zu einem Hotel mit Restaurant. Der Komplex hatte sogar eine eigene Kapelle. Wir inspizierten die Hotellobby, prüften den Ausblick und kamen zu dem Entschluss, dass wir hier ein paar Tage bei unserem nächsten Besuch verbringen möchten.




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