Mittwoch, 31. Januar 2018

Zypern Teil 6: Die unberührte Akámas Halbinsel

Die Akámas Halbinsel im Nordwesten Zyperns ist ein weitesgehend unberührter Landstrich. Das hängt auch mit der früheren militärischen Nutzung zusammen. Aus dem ehemaligen Schießplatz für britische Soldaten wurde ein Nationalpark. Ein geschützer Raum für seltene Pflanzen- und Tierarten, wie Orchideen, wilde Tulpen, Schmetterlingsraritäten und Meeresschildkröten.



Lara Beach & Co.


Letztere wollten wir uns am Lara Beach ansehen, bogen auf dem Weg dorthin falsch ab und fuhren ein Stückchen Landstraße. Uns kamen verdächtig viele SUVs und Pick Ups entgegen - meistens ein Zeichen dafür, dass die Straße bald zu einer Offroad Piste wird. Als eine weite Kurve die Sicht aufs Meer freigab, waren wir am Coral Beach und sahen Bananenplantagen soweit das Auge reichte.

Bananenplantage auf Zypern

Leider kamen wir nicht zu dem Strand wo die Schildkröten ihren Weg ins Meer antreten, da die Straße nur eine Sandpiste und somit für einen normalen Mietwagen unpassierbar war. Nach dem Regenschauer war der Weg matschig und das Wasser hatte tiefe Schlaglöcher ausgespült, sodass wir nur im Schritttempo vorankamen. Leicht nieselte es. Widerwillig stieg ich aus dem Auto aus und lief zum Strand. Meine Schuhe versackten in dem Schlamm. Am Strand befanden sich nur wenige Menschen. Niemand war im Wasser.

Auf dem Parkplatz wies ein Schild darauf hin, dass der Eingang zur Avakas-Schlucht nur noch einen Kilometer entfernt war. Da der Regen aber stärker wurde und wir die Straße unmöglich weiterfahren konnten, drehten wir um und fuhren zur anderen Seite der Halbinsel. Für diesen Teil der Insel lohnt sich die Überlegung einen Geländewagen zu mieten oder sich einer geführten Buggy-Tour anzuschließen. Am Vorabend hatten wir uns Wanderwege als Alternative herausgesucht und nun hofften wir, dass das Wetter auf der anderen Seite der Halbinsel besser sein würde.

Auf dem Weg zum Lara Beach

Piste am Parkplatz zur Avakas Schlucht



Aphrodite Trail


Auch der Startpunkt dieser Wanderung ist ein kleiner Parkplatz in der Nähe. Dort starten auch Jeep-Touren. Den Aphrodite Wanderweg kann man entweder im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn (zu Beginn am Meer entlang) laufen. Wir entschieden uns für den Weg am Meer. Dieser beginnt gemächlich und ohne Anstieg. Ein großes futuristisches Schiff lag vor Anker und diente als Fotomotiv. Um auf dem Aphrodite Trail zu bleiben, ging es anschließend nach links und im Zickzack den Hang hinauf. Der Weg windet sich nun steil um den Gipfel des Moútis tis Sotíras und führt zur anderen Seite. Je höher wir stiegen, desto atemberaubender wurde die Aussicht aufs Tal und das Meer. 
Die Sonne tauchte das Land in ein warmes Licht und der Schatten der Wolken zeichnete sich auf Land und Wasser ab. In der Blue Lagoon, die wir wunderbar sahen, lagen etliche Speedboote vor Anker, die zahlende Touristen zu diesem Strand bringen. Wir blieben ein paar Mal stehen, um aufs Meer hinter uns zu blicken. Am Gipfel frischte der Wind auf, ich zog den Zipper meiner Jacke hoch und freute mich auf den Abstieg, da der Anstieg ziemlich anstrengend war. 
Sehr schnell zogen dunkle Wolken auf, es wurde kalt und der Rückweg war doch nicht so einfach wie erhofft. Der Regen der letzten Tage hatte den roten Lehmboden aufgeweicht und extrem rutschig gemacht. Große Tannennadeln verklebten sich mit dem Matsch an unseren Wanderschuhen und so liefen wir mit 2 cm Dreck an den Schuhen weiter. Bald sahen wir wieder das Meer und konnten uns kaum satt sehen. Auf den letzten Metern überraschte uns ein kräftiger Regenschauer und wir fanden Schutz unter der dichten Krone eines Baumes. Eine wirklich schöne Wanderung!

Anfangs führt der Wanderweg direkt am Meer entlang

Aphrodite Trail auf der zyprischen Akámas Halbinsel


Blick auf die unberührte Landschaft der Halbinsel und der Blue Lagoon

Am Gipfel


Rückweg

Allgemeine Informationen zur Wanderung:


  • 7,5 km langer Rundweg auf der Akámas Halbinsel
  • circa 350 Höhenmeter sind zu überwinden
  • circa 2,5 Stunden Wanderzeit
  • Wanderweg führt teilweise am Meer entlang - sehr schöne Aussichten
  • teilweise sind Bänke für eine Rast vorhanden
  • am Wegesrand sind Schilder, die auf versch. Pflanzen und Gesteinsarten hinweisen
  • viele Wanderer aus Deutschland und Österreich, die man trifft
  • nach starken Regenfällen ist der Weg besonders matschig und rutschig
  • Regenkleidung und Jacke mitnehmen (man schwitzt schnell durch und dann ist der kalte Wind besonders unangenehm)
  • gutes Schuhwerk, am besten keine neuen Schuhe
  • ausreichend Wasser mitnehmen
  • auf den Sonnenuntergang achten (im November bereits 17 Uhr), nicht zu spät starten, sodass man nicht von der Dunkelheit überrascht wird
  • in der Nähe sind ein Kloser, das Aphrodite Bath und ein Botanischer Garten
  • alternativ kann man auch den Adonis Trail wandern, ebenfalls 7,5 km, folgt dem Fernwanderweg E4

So sahen unsere Schuhe nach der Wanderung aus.

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